Rat lehnt weitere Abklärungen ab

Landammann Carlo Schmid nimmt an der Session des Grossen Rats Stellung zu den Vorwürfen des alt Säckelmeisters Sepp Moser. Durch dessen Vorwürfe entstehe der Eindruck, dass in Innerrhoden «mafiose Zustände» herrschten.

Bruno Eisenhut
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Landammann Carlo Schmid hört zu und findet später deutliche Worte in einer flammenden Rede. (Bild: Martina Basista)

Landammann Carlo Schmid hört zu und findet später deutliche Worte in einer flammenden Rede. (Bild: Martina Basista)

APPENZELL. An der gestrigen Session des Innerrhoder Grossen Rats war keine Stellungnahme zu den Vorwürfen von alt Säckelmeister Sepp Moser traktandiert. Schliesslich erfolgte die Einladung zur Session vor den via Medien ausgesprochenen Vorwürfen Mosers an die Landammänner Schmid und Fässler. Einige Mitglieder des Grossen Rats forderten aber Erklärungen. So wollte Grossrat Josef Manser (Gonten) vom regierenden Landammann Carlo Schmid wissen, ob die von alt Säckelmeister Sepp Moser erwähnten «Spezialsitzungen» zum Landverkauf des Kantons stattgefunden hätten, ob Daniel Fässler als Person in einer Doppelfunktion in den Ausstand getreten sei und ob der Kanton beim Landverkauf absichtlich eine Reduktion des Preises gewährt habe.

Landammann Carlo Schmid liess sich zur Stellungnahme nicht zweimal bitten. Er legte seine Sichtweise der Geschichte dar. Die Vorwürfe seines ehemaligen Regierungskollegen seien «absolut daneben».

Keine «mafiosen Zustände»

Carlo Schmids Votum zu den Vorwürfen Mosers begann mit deutlichen Worten und endete in einer flammenden Rede. «Wenn alt Säckelmeister Sepp Moser gegen mich persönlich klagen will, dann soll er», so der sichtlich erzürnte Landammann. Gegen den durch den medialen Auftritt Mosers entstandenen Eindruck, dass in Innerrhoden «mafiose Zustände» herrschten, verwahre er sich aber in aller Deutlichkeit. Carlo Schmid schob hinterher, dass er rund drei Jahrzehnte in der Standeskommission geamtet habe, und während dieser Zeit kein Recht gebrochen habe.

Schmid gab Details zum konkreten Fall bekannt. Die Standeskommission verkaufte der Luftseilbahn Jakobsbad Kronberg AG bei der Talstation Land für 1,6 Millionen Franken. In einem Vorvertrag waren zwei Millionen Franken vereinbart worden. «Durch die Einteilung in die Gefahrenzone verlor das Landstück an Wert», so Schmid. Dass der Verwaltungsrat der Luftseilbahn Jakobsbad Kronberg AG den Kaufpreis reduzieren wollte, liege auf der Hand.

Kommission unerwünscht

Christoph Keller (Appenzell) forderte genauere Informationen zu diesem konkreten Fall unter Ausschluss der Öffentlichkeit und der Presse. Diesen Antrag lehnte der Innerrhoder Grosse Rat mit einer Gegenstimme ab. Grossrat Martin Breitenmoser (Appenzell) beantragte, dass eine Ad-hoc-Kommission, welche den Fall untersuche und allfällige weitere «Überraschungen» hervorbringe, eingesetzt werde. Die Öffentlichkeit habe durchaus Interesse am Geschehen in Appenzell Innerrhoden. Die Mehrheit im Rat war anderer Meinung. Der Rat lehnte den Antrag ab und ging damit wieder zur Tagesordnung über.

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