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Raststätte statt Grenzzollamt:
Thurau-Gruppe eröffnet
Bodensee-Raststation in Österreich

Über 20 Jahre lag das Areal des Autobahnzollamts an der deutsch-österreichischen Grenze nördlich des Pfändertunnelportals brach. Jetzt wurde dort eine neue Raststation der Schweizer Thurau-Gruppe eröffnet.
Gernot Grabher
Auf den traditionellen Vorarlberger Holzbau soll die Fassade der im Probebetrieb eröffneten Bodensee-Raststation hinweisen. (Bilder: Gernot Grabher)

Auf den traditionellen Vorarlberger Holzbau soll die Fassade der im Probebetrieb eröffneten Bodensee-Raststation hinweisen. (Bilder: Gernot Grabher)

Mit dem 1985 beschlossenen Schengener Abkommen waren die Personen- und Warenkontrollen an den Grenzen der EU-Binnenstaaten Geschichte geworden. Das bedeutete auch das Aus für das viel frequentiere Autobahnzollamt hinter dem Pfändertunnel. Die Gebäude leerten sich, die Zollbeamten zogen sich zur Schleierfahndung ins Hinterland zurück. Was mit dem riesigen Gelände passieren sollte, war die Frage für die Asfinag, der österreichischen Gesellschaft, die für das Autobahn- und Schnellstrassennetz zuständig ist.

Die Innenarchitektur der neuen Raststätte ist mit viel Holz gestaltet. Regionale Produkte sollen dort Vorzug haben.

Die Innenarchitektur der neuen Raststätte ist mit viel Holz gestaltet. Regionale Produkte sollen dort Vorzug haben.

Trotz der ursprünglich nach einigem Hin und Her nach Hohenems vergebenen Raststätte liebäugelte man mit einer zweiten auf dem nutzlos gewordenen Zollamtsgelände. Die Asfinag betraute eine Betreibergesellschaft, die das Areal verwerten wollte. Der Unternehmergruppe um die beauftragte Baugesellschaft stand ein langer Weg bevor. Vor allem Anrainer aus Hörbranz und über der deutschen Grenze aus Lindau-Zech wehrten sich gegen das Vorhaben, das in der Umgebung unerträglichen Lärm und zusätzlichen Verkehr bedeute.

Mehrheit sprach sich für Projekt aus

Es half alles nichts, die Betreiber des Raststättenbaus blieben hartnäckig. Schliesslich stimmten die Hörbranzer in einer Volksabstimmung unter der Bedingung von Lärmschutzmassnahmen und Änderungen in der Verkehrsführung mit fast drei Vierteln der Stimmen für die Verwirklichung des Raststättenbaus. Ein wesentliches Argument für das Ja der Bevölkerung waren 80 in Aussicht gestellte Arbeitsplätze und Steuereinnahmen. Auch der ­österreichische Verfassungsgerichtshof lehnte das Ansuchen der Gegner ab. 2013 begann der Abbruch des Flugdaches, unter dem die Zöllner den grenzüberschreitenden Verkehr überwacht hatten.

Holzbauweise dominiert

Für rund 17 Millionen Euro errichtete die Rhomberg-Baugruppe statt des einstigen Zollamts­gebäudes die neue Raststätte, die an der Einfahrtsspur von Deutschland nach Vorarlberg liegt. Ausgeführt wurde sie unter tragenden Betonsäulen als Portal zur traditionellen Vorarlberger Holzbauweise. Der Platz an der Ausfahrt nach dem Pfändertunnel Richtung Deutschland ist als Parkplatz für Personen- und Lastwagen vorgesehen. Er befindet sich samt dem alten Amtsgebäude weiter im Besitz des deutschen Zolls. Die Raststätte auf der Westseite der Autobahn ist von dieser Seite durch einen Fussgängertunnel erreichbar.

Auch die Innenräume der neuen Raststätte, die bis zur of­fiziellen Eröffnung Anfang Juli den Probebetrieb aufnahm und gegenwärtig an die 50 Arbeitskräfte beschäftigt, werden wie die Fassade von Holz dominiert. Ein breites Angebot steht für die Kundschaft bereit. In Shop und Restaurant soll vor allem regionalen Produkten der Vorzug gegeben werden.

Die Führung des Ladengeschäftes und der Gastronomie wurde an die Schweizer Thurau-Gruppe vergeben, die bereits Raststätten an der A1 bei Wil, an der Rheintalautobahn A13 zwischen Sevelen und Buchs und an der A3 am Walensee bei Unterterzen führt. Erstmals fasste die Thurau-Gruppe damit Fuss auf österreichischem Boden.

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