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Rassistische Vorfälle im Kanton St. Gallen gehäuft

Rechtsextremismus 2016 fanden in der Schweiz mindestens 43 rassistische Übergriffe statt, meldet die Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus (GRA); dabei zählt sie nur die öffentlichen Vorfälle, von welchen in den Medien berichtet wird.

Auffällig oft fanden diese Vorfälle im Kanton St. Gallen statt – siebenmal, das sind zwei mehr als im Vorjahr, als fünf der damals ebenfalls 43 Vorfälle auf St. Galler Gebiet stattfanden. Die Chronologie beginnt am 4. Januar, als die Kanti Sargans ein anonymes Schreiben erhielt, das den Holocaust verleugnete. Im April verweigerte ein St. Galler Fitnesscenter einem Mann aufgrund seiner Herkunft die Mitgliedschaft, und im Juni wurde bekannt, dass ein St. Galler Türsteher wiederholt einen Bosnier abgewiesen hatte. Im August räumte die ­Gemeinde Waldkirch die Wohn­wagen von Fahrenden, die einen Mietvertrag mit einem Landwirt abgeschlossen hatten. Ebenfalls im August tauchten fremdenfeindliche Leserbriefe und Online-Kommentare zum Brandanschlag im Zug in Salez auf, bevor klar wurde, dass der Täter ein Schweizer war. Im Oktober fand ebenfalls im Kanton St. Gallen die grösste Neonazi-Veranstaltung statt, die je in der Schweiz registriert wurde: Rund 5000 Rechtsextreme konnten in Unterwasser ungehindert Konzerte «ihrer» Bands besuchen. Und nur eine Woche feierte wiederum im Toggenburg, in Kaltbrunn, die Pnos die Gründung ihrer fünf neuen Ostschweizer Sektionen.

Laut dem Journalisten Fabian Eberhard, einem Kenner der rechtsextremen Szene, leben die meisten Schweizer Neonazis in ländlichen Gebieten und stammen vorwiegend aus den Kan­tonen St. Gallen, Aargau, Genf, Bern und Zürich. (sib)

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