RASSISMUSSTREIT: Reinhold Messner unterstützt St. Galler Historiker

Der Südtiroler Spitzenalpinist stellt sich klar gegen den Rassisten Louis Agassiz.

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Zweimal ist der St. Galler Historiker Hans Fässler schon beim SAC St. Gallen mit dem Versuch unterlegen, dem Gletscherforscher und Rassentheoretiker Louis Agassiz (1807–1873) die Ehrenmitgliedschaft im Alpenclub aberkennen zu lassen. Die ebenfalls initiierte Umbenennung des Agassizhorns in den Berner Alpen war bereits 2007 gescheitert.

Fässler gibt aber nicht auf. Im Zuge der Kampagne gegen die dunkle Seite des schweizerisch-amerikanischen Harvard-Professors hat sich der St. Galler mit seinem Komitée «Démonter Louis Agassiz» an den Südtiroler Spitzenalpinisten, Politiker, Buchautor und Museumsbetreiber Reinhold Messner gewandt. Und der habe in einem Mail im Juni klare Worte gefunden, lässt Fässler wissen: «Ich hielt den SAC immer für einen toleranten Verein. Die SAC-Ehrenmitgliedschaft von Louis Agassiz ist untragbar.» Messner hatte sich schon mehrmals kritisch und couragiert auch zum Deutschen Alpenverein (DAV) geäussert. Dieser hatte schon um die Jahrhundertwende begonnen, Arierparagrafen einzuführen und so jüdische Mitglieder auszuschliessen. Messner warf dem DAV vor, seine Anbiederung an den Nationalsozialismus nur halbherzig aufzuarbeiten und nannte ihn eine «Berg-Heil-Gesellschaft».

Fässler fordert nun aufgrund von Messners Votum den SAC-Zentralvorstand auf, von sich aus in dieser Angelegenheit tätig zu werden, «bevor eine weitere Sektion einen Antrag auf Aberkennung stellt». (cz)