RAPPERSWIL-JONA: Stadtpräsident gibt Kesb-Dossier ab

Seinem Vorgänger wurde das Kesb-Dossier zum Verhängnis. Nun gibt es der neue Rapperswiler Stadtpräsident Martin Stöckling ab. Er wolle den Anschein einer Befangenheit vermeiden.

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Martin Stöckling, der Stadtpräsident von Rapperswil-Jona, gibt das Kesb-Dossier ab. (Bild: Zürichsee-Zeitung/Moritz Hager)

Martin Stöckling, der Stadtpräsident von Rapperswil-Jona, gibt das Kesb-Dossier ab. (Bild: Zürichsee-Zeitung/Moritz Hager)

Das Dossier der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) Linth ist ein heisses Eisen. Der frühere Stadtpräsident Erich Zoller (CVP) und der ehemalige Stadtrat Pablo Blöchlinger (SP) haben sich daran die Finger verbrannt – und wurden abgewählt. Zollers Nachfolger, FDP-Stadtpräsident Martin Stöckling, gibt dieses heisse Eisen nun ab. Neu zuständig ist der nebenamtliche Stadtrat und Vize-Stadtpräsident Roland Manhart (CVP). Dieser bestätigt entsprechende Informationen der «Zürichsee-Zeitung». Manhart ist politisch für die Kesb und ihre personelle Führung verantwortlich. Mit der neuen Rollenverteilung wolle man den Präsidenten entlasten, sagt Manhart. «Als Vizepräsident übernehme ich deshalb diese Aufgabe.» Die Übergabe des Dossiers ist eine politische Konzession. Manhart sagt, man wolle mit dieser Veränderung den Anschein einer Befangenheit vermeiden, der bei Martin Stöckling entstehen könnte. Der Stadtpräsident hatte in seiner früheren Tätigkeit als Anwalt zwei Kesb-Artikel von Bruno Hug und den «Obersee-Nachrichten» juristisch geprüft. Stöck­ling gab Anfang Jahr gegenüber der «Zürichsee-Zeitung» zu Protokoll, es handle sich um den Artikel zu einem Gipsermeister und einen weiteren Fall, der nicht die Kesb Linth betreffe. Der Wechsel der Zuständigkeit im Stadtrat hatte sich in den vergangenen Wochen leise angekündigt. Als Mitte Februar bekannt wurde, dass die Klage der Stadt gegen die «Obersee-Nachrichten» über 250000 Franken koste, kommunizierte Manhart bereits. Damals sagte er, man habe mit diesem Schritt das Klima um die Kesb-Klage etwas «abtemperieren» wollen. Der jetzige Schritt hat gemäss Manhart keine Folgen für die Klage. Es gelte weiterhin der Status quo. Das heisst: Die Stadt wartet auf die Klageantwort der «Obersee-Nachrichten». (ckn)