RAPPERSWIL-JONA: Es liegt an der Familie

Mit seiner Premiere am Donnerstag in Rapperswil ist der Circus Knie in die Saison gestartet. Zwei Komiker bringen das Publikum zum Lachen, wagemutige Artisten lassen es staunen.

Rolf App
Drucken
Teilen
Auf seiner 99. Tournee will der Schweizer Nationalcircus Knie die Besucher zum staunen bringen. Ivan Frederic Knie mit seinen Pferden. (Bild: WALTER BIERI (KEYSTONE))

Auf seiner 99. Tournee will der Schweizer Nationalcircus Knie die Besucher zum staunen bringen. Ivan Frederic Knie mit seinen Pferden. (Bild: WALTER BIERI (KEYSTONE))

Der Abschluss ist zauberhaft. Der Komiker Housch-ma-Housch gestaltet ihn, zusammen mit Chanel Knie, der sechsjährigen Zirkusprinzessin. Housch-ma-Housch knüpft einen roten Faden durch das Programm. Dessen Titel «Woow!» gehört zu den wenigen Worten, die er verständlich von sich gibt. Und: «Kaputt!» Cesar Dias’ Markenzeichen dagegen ist das meckernde Lachen. Vieles, was er anfasst, geht schief, deshalb sind er und Housch-ma-Housch so zutiefst menschliche Figuren. Das Publikum lacht über sie – und zugleich über seine
eigenen täglichen Missgeschicke. Und natürlich machen beide auch gern ihre Spässe auf Kosten dieses Publikums. Es sind allerdings wundervoll harmlose Spässe, die sie sich erlauben. Harmlos, aber immer wieder zum Schreien komisch.

Chanel Knie darf sich nicht nur als Letzte verabschieden, sie hat auch ihre eigene Nummer. Schon sehr routiniert dirigiert sie ein weisses Pony durch die Manege, und da sie dabei in weissem Glitzerkleid auftritt, ist dies ein Bild fürs Familienalbum der Knies. Mit ihr, mit Ivan Frédéric und mit Chris Rui Knie macht sich die achte Generation in der Manege breit, im Windschatten der siebten (mit Géraldine und Franco Knie junior), die ebenso präsent ist wie die Erranis: Géraldines Mann Maycol Errani und seine Brüder Guido und Wioris legen zusammen mit den drei Artisten vom Spicy Circus eine spektakulär-rasante Trampolinnummer hin.

Die bekannte Pferdeshow zeigte Ivan Frederic Knie. (Bild: Walter Bieri/KEYSTONE)
18 Bilder
Mary-Jose Knie mit ihren Pferden. (Bild: Walter Bieri/KEYSTONE)
Ivan Frederic Knie balanciert auf den Pferden. (Bild: Walter Bieri/KEYSTONE)
SCHWEIZ CIRCUS KNIE PREMIERE (Bild: Walter Bieri/KEYSTONE)
Chanel Marie Knie mit ihrem Pferd. (Bild: Walter Bieri/KEYSTONE)
Auch Ziegen können Kunststücke vollbringen: Linna Knie-Sun mit ihren Tieren. (Bild: Walter Bieri/KEYSTONE)
Maycol Errani führte seine Kamele gekonnt auf die Bühne. (Bild: Walter Bieri/KEYSTONE)
Eine menschliche Pyramide zeigte die Xinjiang Troupe. (Bild: Walter Bieri/KEYSTONE)
Nicht nur mit der menschlichen Pyramide, sondern auch mit ihren Seilkünsten beeindruckt die Xinjiang Troupe. (Bild: Walter Bieri/KEYSTONE)
SCHWEIZ CIRCUS KNIE PREMIERE (Bild: Walter Bieri/KEYSTONE)
Jason Brügger zeigte sein akrobatisches Können. (Bild: Walter Bieri/KEYSTONE)
SCHWEIZ CIRCUS KNIE PREMIERE (Bild: Walter Bieri/KEYSTONE)
Das Duo Skating Flash turnten auf ihren Rollschuhen. (Bild: Walter Bieri/KEYSTONE)
Desire of Flight fliegen in luftiger Höhe. (Bild: Walter Bieri/KEYSTONE)
SCHWEIZ CIRCUS KNIE PREMIERE (Bild: Walter Bieri/KEYSTONE)
Michael Ferreri jongliert vor den Zuschauern. (Bild: Walter Bieri/KEYSTONE)
Komiker Housch-ma-Housch sorgte für Gelächter im Publikum. (Bild: Walter Bieri/KEYSTONE)
Auch Komiker Cesar Dias war in der Show vertreten. (Bild: Walter Bieri/KEYSTONE)

Die bekannte Pferdeshow zeigte Ivan Frederic Knie. (Bild: Walter Bieri/KEYSTONE)

Vom Elefanten auf die Ziege gekommen
Nicht spektakulär, aber lustig und anrührend ist das, was Franco Knie junior, seine Frau Linna und sein Sohn Chris Rui sich ausgedacht haben. Von den Elefanten, die nur noch im Kinderzoo zu besichtigen sind, sind sie auf die Ziegen gekommen: charmante Tiere, die über schräge Leitern steigen und kleinere Sprünge vollführen.



Grössere Sprünge oder noch Kühneres wagen die Artisten dieses Programms. Die 16-köpfige Xinjiang Troupe aus China springt in raschem Tempo durch ihre Lassos und baut einen Handstandturm. Dem Jongleur Michael Ferreri fliegen aus dem Zeltdach immer neue Bälle zu, die er seufzend in seine Nummer einbaut. Jason Brügger schwingt sich an den Strapaten – dehnbaren Bändern – hoch in die Manege. Spektakulärer mutet an, was in derselben Disziplin Valeriy Sychev und Malvina Abakarova vollbringen. Manchmal fliegt sie an seiner Hand durch die Lüfte, manchmal hängt sie an seinen Füssen. Dennoch: Dieser Zirkus lebt von der Familie, die ihn trägt. Deshalb sind auch die von Fredy jun., Marie-José, Géraldine und Ivan Frédéric Knie abwechslungsreich gestalteten Pferdenummern ein zentrales Element.

Weitere Spielorte in der Ostschweiz: Wil (3.–6.4.), Buchs (11./12.4.), Kreuzlingen (18./19.4.), St. Gallen (27.4.–3.5.)