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RAPPERSWIL-JONA: Circus Knie erhält zum Geburtstag eine neue Zeltkonstruktion

Der Circus Knie startet am 15. März unter dem Motto «Formidable». Pünktlich zum 100-Jahr-Jubiläum erhält der National-Circus eine neue Zeltkonstruktion.
Das Zirkuszelt im Aufbau – die Plache wird am Mittwoch montiert, falls das Wetter stimmt. (Bild: Moritz Hager)

Das Zirkuszelt im Aufbau – die Plache wird am Mittwoch montiert, falls das Wetter stimmt. (Bild: Moritz Hager)

«Ich warte», schreit ein Bub und spricht damit vielen Leuten auf dem Parkplatz von Knies Kinderzoo aus der Seele. Während der Kleine warm eingepackt im Kinderwagen liegt, arbeiten ein Dutzend Männer bei Eiseskälte daran, das Gerüst des neuen Chapiteaus des Circus Knie aufzubauen. Unter ihnen Maycol Errani; der Gatte von Géraldine Knie ist Projektleiter des Zeltumbaus und hat in den letzten zwei Jahren Tausende von Kilometern im Auto verbracht, um diesen Moment möglich zu machen. Er wisse gar nicht mehr wie oft, er nach Italien gefahren sei, um mit der Zeltherstellerfirma Anceschi zu verhandeln und zu planen, erzählt er.

Man wird sehen, ob die neue Zeltkonstruktion hält, was sie verspricht. Nämlich freie Sicht auf die Manege. Das Rezept hierfür klingt denkbar einfach: aus vier mach zwei. So werden zwei der vier Masten, welche die Hauptlast des Zirkuszelts tragen, neu durch einen Rundbogen ersetzt. 2019 sollen dann auch die beiden verbleibenden Masten durch einen zweiten Bogen ersetzt werden. Durch das neue Konstrukt konnten 54 zusätzliche Plätze realisiert werden.

Ansprüche des Publikums sind gestiegen

Neu finden bis zu 2334 Zuschauer Platz unter der Zeltkuppel. Die meisten werden die Vorstellung ohne Sichteinschränkungen geniessen können. Ein Anspruch, den der Circusfan von heute klar so formuliere, wie Fredy Knie Junior erklärt. «Früher freuten sich die Leute, einfach nur in den Zirkus zu gehen. Heute wollen sie auch auf den günstigsten Plätzen beste Sicht.» Mit dem neuen Zelt wolle man den treuen Zirkusgängern ein Geschenk machen, erklärt Maycol Errani. Es dürfte ein nicht ganz günstiges Present sein. Auf die Kosten angesprochen verweist Errani auf seinen Schwiegervater, Fredy Knie Junior. «Er ist der Chef. Aber schauen Sie, er schaut schon böse.» Und wahrlich, Knie mag nicht über Geld sprechen. «Ich sage nur so viel: Es müssen viele Leute kommen, um das Zelt zu amortisieren.»

Noch fehlt die Erfahrung

Bevor das Publikum das Zelt in Beschlag nehmen kann, muss dieses erst einmal aufgebaut werden. In den letzten zehn Jahren haben die Arbeiter um Zeltmeister Roger Mühlematter ordentlich Routine erhalten. Mit dem neuen Konstrukt fangen alle jedoch wieder bei null an. Der Aufbau werde zwei Stunden länger dauern, als dies bisher der Fall war, sagt Errani. Der Grund: Das neue Zelt verfügt über deutlich mehr Einzelteile als sein Vorgänger. «Wir werden während dieser Tournee also nicht viel Schlaf bekommen», scherzt der Projektleiter. Immerhin gastiert der Circus Knie in den kommenden acht Monaten an 38 Standorten.

Nach drei Stunden ist es endlich soweit. Mithilfe zweier Motoren und zwei Dutzend Drahtseilen wird nach den beiden Masten der Rundbogen in die Höhe gezogen. 14,5 Tonnen wiegt alles zusammen, 5,5 Tonnen mehr als früher. Befestigt wird das Kon-strukt von zahlreichen Ankern im Boden. Mit breitem Lachen schlagen sich die Anwesenden gegenseitig auf die Schulter. Am Mittwoch soll – so der Wettergott denn ein Circusfan ist – die Zeltblache installiert werden. Spätestens zur Premiere wird sich zeigen, ob das neue Chapiteau beim Publikum auf Anklang stösst.

Fabienne Sennhauser

ostschweiz@tagblatt.ch

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