Rangliste

Die Geldelite: 23 der 300 Reichsten stammen aus der Ostschweiz – der sechstreichste Schweizer kommt aus dem Kanton St. Gallen

Das Schweizer Wirtschaftsmagazin «Bilanz» kürt die 300 Reichsten der Schweiz. 23 davon sind Ostschweizer – unter ihnen gibt es Auf- und Absteiger. Und auch einer der zehn reichsten Schweizer stammt aus der Ostschweiz.

Saskia Ellinger
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Die sechs reichsten der Ostschweiz: Jorge Lemann, Baron August von Finck, Thomas Schmidheiny, Beda Diethelm, Bettina Würth und Peter Spuhler.

Die sechs reichsten der Ostschweiz: Jorge Lemann, Baron August von Finck, Thomas Schmidheiny, Beda Diethelm, Bettina Würth und Peter Spuhler.

Das Vermögen der Reichen hat sich grösstenteils als resistent gegen die Coronapandemie erwiesen. Nur wenige müssen über grosse Verluste klagen, wie das Schweizer Wirtschaftsmagazin «Bilanz» berichtet. Jedoch hat sich das Wachstum deutlich abgeschwächt: Waren es letztes Jahr noch 27 Milliarden Franken, die zu dem Vermögen der 300 Reichsten hinzugekommen sind, sind es dieses Jahr nur noch 5 Milliarden. Das entspricht einem Wachstum von 0,7 Prozent. Das ist das geringste Wachstum seit zehn Jahren: Im Schnitt stieg das Vermögen der 300 Reichsten jährlich um 26 Milliarden, also um 5,8 Prozent an. Und trotzdem besitzen die Reichen zusammen so viel wie noch nie zuvor: ganze 707 Milliarden.

Die sechs reichsten Ostschweizer

Die Liste der Ostschweizer Reichen bleibt in diesem Jahr unverändert: 13 altbekannte Namen aus dem Kanton St. Gallen, neun aus dem Thurgau und der Unternehmer Dölf Früh aus Appenzell Ausserrhoden haben es in die Rangliste der Vermögendsten geschafft.

1. Jorge Lemann

Jorge Lemann

Jorge Lemann

Bild: Andrew Gombert / EPA FILE

Er ist der reichste Mann der Ostschweiz und gleichzeitig der grösste Absteiger schweizweit: Der Brasilien-Schweizer Jorge Lemann muss dieses Jahr ein dickes Minus von rund sieben Milliarden beklagen. Allein der Aktienkurssturz des von ihm zur Nummer eins aufgeschäumten Bierkonzerns AB InBev hat ihm einen Verlust von 6 Milliarden beschert. Mit seinem Vermögen von rund 15,5 Milliarden ist er trotzdem der sechstreichste Schweizer und mit grossem Abstand der reichste Ostschweizer.

2. Baron August von Finck mit seiner Familie

Baron August von Finck,

Baron August von Finck,

Bild: KEYSTONE

Auf Platz zwei der reichsten Ostschweizer findet sich Baron August von Finck mit seiner Familie wieder. Laut «Bilanz» haben sie ein Vermögen von rund siebeneinhalb Milliarden Franken. Der Baron August von Finck (90) ist Statthalter der Familie im Schloss Weinfelden und einer der zehn grössten Aufsteiger der Schweiz mit einem Zuwachs von rund einer Milliarde Franken.

3. Thomas Schmidheiny

Thomas Schmidheiny

Thomas Schmidheiny

Bild: Emanuel Freudiger Fotografie

Nach wie vor der drittreichste Ostschweizer: Thomas Schmidheiny. Im Vergleich zum Vorjahr hat er rund eine halbe Milliarde weniger. Seine Hotelaktivitäten scheinen sich auszuzahlen: Das Grand Resort Bad Ragaz, an dem die Familie Schmidheiny 84 Prozent hält, hat bereits zum dritten Mal den Titel «Hotel des Jahres» von «GaultMillau» erhalten. Zudem hat er im vergangenen Jahr rund 45 Millionen Franken in die Erneuerung des «Quellenhofs» gesteckt.

4. Peter Spuhler

Peter Spuhler

Peter Spuhler

Bild: Urs Bucher

Mit einem Vermögen von rund dreieinhalb Milliarden ist Peter Spuhler der viertreichste Ostschweizer. Er verdient sein Geld vor allem mit Schienenfahrzeugen, Maschinenbau und Leasing. Als Hauptaktionär des Schienenfahrzeugbauers Stadler sind seine Aussichten trotz Umsatzverluste im ersten Halbjahr positiv: Das Unternehmen weist volle Auftragsbücher auf. Mit einem Auftragsbestand von 16,8 Milliarden Franken erreicht die Firma ein Rekordhoch.

5. Beda Diethelm

Mit 10,4 Prozent ist Beda Diethelm aus Jona der grösste Aktionär der globalen Marke für Hörgeräte namens «Sonova». Trotz anfänglichem Verlust durch die Pandemiefolgen erholte sich der Markt für Hörgeräte überraschend schnell und konnte fast den gleichen Vorjahresumsatz von rund drei Milliarden Franken erreichen.

6. Bettina Würth

Bettina Würth

Bettina Würth

Bild: Benjamin Manser

Die Tochter von Reinhold Würth verdient ihr Geld mit Schrauben und Werkzeugen. Seit 75 Jahren ist die Familienfirma Würth in dieser Branche tätig. Seit eineinhalb Jahren ist sie Vorsitzende des Beirats der Gruppe, vergleichbar mit dem Aufsichtsrat einer Aktiengesellschaft. Zudem engagiert sie sich in St. Gallen als Gründerin, Ideen- und Geldgeberin der privaten Neuen Stadtschulen. Sie kommt auf ein Vermögen von zweieinhalb bis drei Milliarden Franken. Zudem besitzt sie eine gewaltige Kunstsammlung mit über 80'000 Gemälden und Skulpturen.

Die reichsten St. Galler

In Milliarden Franken
051015Jorge LemannThomas SchmidheinyBettina WürthFamilie Rihs; Beda DiethelmHenkel (Erben)Familie HuberCarsten KoerlFamilie BühlerFamilien Stadler, TschanFamilie GebertEdgar OehlerFamilie TschudiGebrüder Kriemler

Die reichsten Thurgauer

In Milliarden Franken
02468Familie August von FinckPeter SpuhlerJoachin und Andreas KohmToto WolffArthur EugsterUwe HolySebastian VettelHermann HessHanspeter Ueltschi

Die Schweiz: Das Land der Milliardäre

Seit die «Bilanz» im Jahr 1989 erstmals den heimischen Reichtum ermittelte, hat sich das Durchschnittsvermögen der Reichen um das 3,6-fache vermehrt, was zur Erhöhung des Bruttoinlandprodukts der Schweiz um das 2,7-fache pro Kopf führte.

Und damit nicht genug: Von den 300 Reichsten sind laut «Bilanz» 135 Milliardäre. Zwar sind dies vier weniger als im Vorjahr, doch die Schweiz weist noch immer einen hohen Anteil an Milliardären auf. Laut dem US-Magazin «Forbes», das jährlich eine Liste der weltweiten Milliardäre veröffentlicht, lebt jeder 15. Milliardär in der Schweiz.