Raiffeisen-Skandal
Nach neuen Enthüllungen im Fall Vincenz: HSG-Professor Johannes Rüegg-Stürm zieht sich aus Lehrtätigkeit zurück – bleibt aber als Professor tätig

Nach den neuesten Details um Johannes Rüegg-Stürms Kontrolle von Raiffeisen-Konzernchef Pierin Vincenz' Spesen gibt es nun Konsequenzen: Der HSG-Professor zieht sich aus der Lehrtätigkeit zurück.

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Johannes Rüegg-Stürm, HSG-Professor und ehemaliger Raiffeisen-Verwaltungsratspräsident.

Johannes Rüegg-Stürm, HSG-Professor und ehemaliger Raiffeisen-Verwaltungsratspräsident.

Bild: Walter Bieri / Keystone

(pd/lim) Nachdem im Fall um den ehemaligen Raiffeisen-CEO Pierin Vincenz neue Details publik wurden, geriet auch der ehemalige Raiffeisen-Verwaltungsratspräsident und HSG-Professor Johannes Rüegg-Stürm in Kritik. «Zur Entlastung der Universität» habe er nun seinen Rückzug aus der Lehrtätigkeit angeboten, teilt die HSG mit. «Die Universität begrüsst dieses Angebot.» Es wurde eine entsprechende Vereinbarung geschlossen, die vom Universitätsrat genehmigt wurde.

Was Rüegg-Stürm vorgeworfen wird

Die pikanten Details gelangten im Vorfeld des Strafverfahrens gegen den ehemaligen Raiffeisen-CEO Pierin Vincenz an die Öffentlichkeit: Rüegg-Stürm soll als damaliger Verwaltungsratspräsident die Rotlicht- und Freizeitluxusspesen des angeklagten Konzernchefs anscheinend ohne kritisches Nachfragen visiert und durchgewunken haben.

Die Universität St.Gallen hatte trotz der Kritik an ihrem langjährigen Professor und Forschungsleiter für Organisationsstudien und Direktor am Institut für Systematisches Management und Public Governance festgehalten. Derweil riefen die St.Galler Kantonsratsfraktionen nach scharfen Massnahmen und stellten auch die Frage nach der Absetzung.

Pensum wird auf 40 Prozent reduziert

In Gesprächen mit dem Präsidenten des Universitätsrats, Regierungsrat Stefan Kölliker, und dem HSG-Rektor Bernhard Ehrenzeller habe Johannes Rüegg-Stürm angeboten, seine Lehrtätigkeit als Ordinarius an der HSG zu beenden. Und zwar nach Beendigung des aktuellen Semesters, das heisst am 31. Juli 2021, in der Lehre (Bachelor-, Master- und Doktoratsstufe).

Mit diesem Schritt gehe eine Reduktion seines Beschäftigungsgrades auf neu 40 Prozent einher. Rüegg-Stürm bleibt laut Mitteilung weiterhin als Professor an der HSG tätig und konzentriert sich auf seine Forschungstätigkeiten sowie auf Aufgaben in der universitären Selbstverwaltung (zum Beispiel Kommissionstätigkeit). Der Universitätsrat hat eine entsprechende Vereinbarung mit Rüegg-Stürm genehmigt.