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Der Raiffeisen-Professor kehrt an die HSG zurück

Der heftig kritisierte Ex-Präsident von Raiffeisen Schweiz, Johannes Rüegg-Stürm, unterrichtet ab nächster Woche wieder an der Uni St.Gallen. In seiner Auszeit hat er an einem Buch zum Gesundheitswesen gearbeitet.
Marcel Elsener
Vorlesungssaal an der Universität St.Gallen. (Bild: KEY/Christian Beutler)

Vorlesungssaal an der Universität St.Gallen. (Bild: KEY/Christian Beutler)

Ob er sich vor den Studenten in irgendeiner Form erklären wird? Es ist nur eine von vielen Fragen, die sich nächste Woche zum Beginn des Frühlingssemesters an der Universität St.Gallen stellen, wenn Professor Johannes Rüegg-Stürm seine Vorlesungen wieder aufnimmt. Tatsächlich, der heftig kritisierte Ex-Raiffeisen-Präsident, der im Frühling 2018 die Kaskade der HSG-Negativschlagzeilen eröffnete, unterrichtet nach seiner Auszeit wieder auf dem Rosenberg.

Erstmals unterweist Rüegg-Stürm seine Masterstudenten am 21. Februar in «Strategien in den Creative Economies», eine Woche später, am 27. Februar, startet sein zweiter Kurs, systemisches «Change Management». Nebst dem ordentlichen Lehrbetrieb wird der Professor für Organization Studies und Direktor des Instituts für Systemisches Management und Public Governance (IMP-HSG) das Thema «Healthcare Management» – Management im Gesundheitswesen – weiterentwickeln. Also das Gebiet, dem der HSG-Absolvent und Spezialist des «St.Galler ­Management-Modells» sein Forschungssemester von August 2018 bis Ende Januar widmete – ein Buch ist in Vorbereitung.

HSG sieht «keinen Anlass für weitere Schritte»

Alles in Ordnung, die Stürme schadlos überstanden? Es macht den Anschein, jedenfalls was die HSG betrifft. Professor Rüegg-Stürm werde «auf Master- und Doktoratsstufe sowie in der Weiterbildung in den Themengebieten Management und Organisation unterrichten», lässt das Rektorat auf Anfrage verlauten. Und er werde «weiterhin auch seine Verantwortung als Programmverantwortlicher des Masterprogramms in Management, Organisation und Kultur wahrnehmen». Ein pikantes Stichwort: Von Verantwortung, allerdings vernachlässigter, war im Zusammenhang mit dem ehemaligen Raffeisen-Präsidenten oft die Rede gewesen. Dem Mann, der für sein Mandat bei der Bank noch 2017 ein Gehalt von 548000 Franken kassiert hatte, wurde eine Mitschuld an den Missständen der Ära Vincenz vorgeworfen.

Die Staatsanwaltschaft Zürich untersucht die Vorgänge noch.

Allerdings lieferte der vor einem Monat veröffentlichte Untersuchungsbericht Gehrig keine Hinweise, «dass sich ehemalige oder aktuelle Organe» der Raiffeisen «strafrechtlich relevant verhalten hätten». Von einem «Persilschein» will der neue Raiffeisen-Präsident Guy Lachappelle aber nichts wissen, wie er vor Monatsfrist in unserer Zeitung erklärte: Die «Führungsarbeit des Verwaltungsrats» bei der Umsetzung der Diversifikation habe «gravierende Mängel» aufgewiesen. Und unter anderem wegen «mangelnder Führung und Kontrolle» seien finanzielle Nachteile und ein Reputationsschaden für die ganze Gruppe entstanden.

Wie die heutige Führung der Raiffeisen auf den Bericht Gehrig reagieren möchte, sei Sache von Raiffeisen Schweiz, sagt HSG-Mediensprecher Marius Hasenböhler. Rüegg-Stürm sei in seiner Rolle als Präsident des Verwaltungsrates gegenüber jenen Organen verantwortlich, die ihn ordentlich gewählt hätten.

«Und er hat mit dem Rücktritt seine Konsequenzen gezogen.»

Ein Grund für neue Regeln für Nebenbeschäftigungen

Ist der Fall aus Sicht der Uni abgeschlossen? Die HSG sehe «derzeit keinen Anlass für weitere Schritte», heisst es. «Professor Rüegg-Stürm ist seinen Verpflichtungen an der Universität St. Gallen jederzeit nachgekommen.» Rüegg-Stürm selber war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Sein Raiffeisen-Mandat ist ein Hauptgrund für die heftige Kritik breiter Kreise an der Universität. Man nehme «die gegenwärtige Kritik aus der kantonalen Politik ernst», schreibt die Medienstelle und verweist auf die jüngst publizierten Massnahmen bezüglich Nebenbeschäftigungen. So werden die Mandate ab Sommer 2019 in einem Online-Register öffentlich aufgelistet und wird das Reglement für Nebenbeschäftigungen bis dahin «umfassend überarbeitet». Über das Ergebnis werde die Öffentlichkeit wieder orientiert.

«Change Management» heisst ein Kurs von Rüegg-Stürm. Im Beschrieb heisst es unter anderem: «Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf die Bedeutung und Vielschichtigkeit gelingender Kommunikation gelegt.» Man ist gespannt auf Erklärungen des Professors, nicht nur gegenüber seinen Studenten.

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