Rätsel um vergifteten Hund

In Lommis hat sich offenbar ein Hund vergiftet. Ob die Weintrauben des Hundebesitzers schuld sind, ist Gegenstand von Abklärungen des Tierarztes.

Valentin Schneeberger
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Ob die Trauben schuld sind, erfährt Rudolf Hirsiger erst nach Auswertung der Laborwerte. (Bild: Valentin Schneeberger)

Ob die Trauben schuld sind, erfährt Rudolf Hirsiger erst nach Auswertung der Laborwerte. (Bild: Valentin Schneeberger)

Lommis. Die Sorgen der letzten Tage stehen Rudolf Hirsiger ins Gesicht geschrieben. Nach einem Spaziergang mit seinem Hund Giro zeigte das erst sechs Monate alte Tier schwere Vergiftungserscheinungen. «Der Tierarzt rechnete mit dem Schlimmsten», erzählt der 63jährige Weinbauer aus Affeltrangen.

Eine heftige Reaktion

Laut Hundebesitzer Hirsiger hat sich der Beauceron-Rüde vermutlich beim Verzehr von Traubenresten vergiftet. Diese hatte er während eines Streifzugs durch Hirsigers eigenen Rebberg in Lommis gefressen. «Auch meine bisherigen Hunde haben sich ab und zu ein paar Weintrauben gegönnt, jedoch ohne nennenswerte Folgen.» Giro hingegen zeigte kurz nach dem Verzehr eine heftige Reaktion. «Er konnte nur noch sehr wenig Wasser lassen, und ich entdeckte Blut in seinem Urin», schildert Hirsiger das Leiden des jungen Tieres. Sofort brachte er es zum Tierarzt, welcher ein akutes Nierenversagen diagnostizierte. Um die Nieren gründlich zu spülen, wurde Giro mehrere Tage lang über einen Tropf mit Flüssigkeit versorgt.

Werte im Normalfall tödlich

Mittlerweile hat der Hund das Schlimmste überstanden und ist wieder zu Hause bei seinem Besitzer. «Wir haben noch einmal Glück gehabt», meint Hirsiger erleichtert. Der Tierliebhaber ist erst seit knapp vier Monaten im Besitz des Hundes. Giro nach so kurzer Zeit schon wieder zu verlieren, wäre ein harter Schlag für ihn gewesen. «Ich habe den Hund schnell ins Herz geschlossen», erzählt er. Laut dem behandelnden Tierarzt wären die hohen Nierenwerte im Normalfall tödlich gewesen. Ob nun aber wirklich seine Trauben schuld sind am Nierenversagen, erfährt Hirsiger wohl erst nach der Auswertung der Laborwerte in der nächsten Woche. Bis dahin wird er den Hund nicht mehr auf sein ein Hektar grosses Weingut mitnehmen.

Keime sind die grössere Gefahr

«Frisst ein Hund Trauben, sollte unverzüglich ein Tierarzt aufgesucht werden», empfiehlt Barbara Willi von der Klinik für Kleintiermedizin am Tierspital Zürich. Dieser werde das Tier zum Erbrechen bringen, um eine Vergiftung zu verhindern. «Nicht jeder Hund reagiert auf Trauben gleich», sagt sie. Woran das liegt, sei aus medizinischer Sicht nicht genau erwiesen. Auch ist nicht bekannt, welcher Inhaltsstoff in den Trauben für die Nieren der Hunde schädlich ist. Viel häufiger als Trauben sorgen laut Willi jedoch bestimmte Keime für ein Nierenversagen bei Hunden. «Besonders im Herbst, wenn sich vermehrt abgestandenes Wasser in Pfützen sammelt und die Tiere darin baden oder davon trinken.»

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