Punkrock im Schlammloch

ST.GALLEN. Einen Tag wie den Sonntag hätten sich die OpenAir-Besucher durchgehend gewünscht: Sonne, wärmere Temperaturen und dazu das grosse Highlight zum Schluss: Die Ärzte. Einzig der Schlamm verhinderte die grosse Ausgelassenheit.

Katja Fässler
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Farin Urlaub von den Ärzten. (Bild: Benjamin Manser)

Farin Urlaub von den Ärzten. (Bild: Benjamin Manser)

«Es sieht so aus, als hätten wir im Vergleich zu Kings Of Leon zu den richtigen Göttern gebetet», ruft Farin Urlaub von den Ärzten im Sittertobel den Musikfans zu. Was die Wettergötter betrifft, hat er recht: Es ist trocken und bedeutend wärmer als am Vortag. Es sind gute Bedingungen für den grossen Ausklang des 37. OpenAir St.Gallen. Denn in jedem Jahr gilt der letzte Act unter den Besuchern als besonderes Highlight. Von den Ärzten hatte man sich viel versprochen. Nicht zuletzt, weil sie die erste offiziell angekündigte Band des diesjährigen Line-ups waren.

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Too Matsch!
«Die beste Band der Welt», wie sich das Trio aus Berlin selbst nennt, stand zum ersten Mal am St.Galler OpenAir auf der Bühne, vor der sich gestern abend noch Tausende versammelten. Und dennoch will keine so richtige Stimmung aufkommen, als Farin Urlaub, Bela B. und Rodrigo González ihren unverblümten Punkrock zum Besten geben. Klar: Es ist der letzte Tag eines dreitägigen Festivals. Zu wenig geschlafen und zu viel gefeiert hat wohl fast jeder, und die Stimme versagt je länger je mehr. Doch das eigentliche Problem ist der Schlamm. In der dickflüssigen und klebrigen Masse besteht nicht die geringste Chance auf ausschweifende Bewegungen. Selbst eingefleischte Fans bringen es kaum zustande, in üblicher Punkrock-Manier zu springen, zu hüpfen, zu tanzen. Man bleibt stecken. Nicht wenige Versuche scheitern kläglich mit einem Bad in der braunen Sauce. Und selbst wer sich mit allen noch vorhandenen Kräften aufraffen konnte, musste nach wenigen Minuten kapitulieren. «Ist das noch Punkrock?», singen Bela B. und Farin Urlaub der Situation entsprechend.

Auf sie haben viele gewartet: Auftritt der Ärzte mit Farin Urlaub zum Abschluss des OpenAirs. (Bild: Benjamin Manser)
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Die Ärzte rocken das Sittertobel. (Bild: Benjamin Manser)
Deutsch-Punkrock aus Berlin: Die Ärzte. (Bild: Benjamin Manser)
Ärzte-Frontmann Farin Urlaub. (Bild: Benjamin Manser)
Danielle Haim, Sängerin der Band Haim aus den USA. (Bild: Luca Linder)
Die Band Haim besteht aus drei Schwestern aus den USA. (Bild: Benjamin Manser)
Das Goldacher DJ-Duo Soda in Aktion. (Bild: Benjamin Manser)
Einer der Headliner am OpenAir 2013: Kings of Leon. (Bild: Benjamin Manser)
Auftritt der Band of Horses. (Bild: Benjamin Manser)
Einheimische Kost gab es von Sophie Hunger. (Bild: Benjamin Manser)
Die Kings of Leon auf der Sitterbühne. (Bild: Benjamin Manser)
Rapperin aus dem Kanton Bern: Steff la Cheffe. (Bild: Jonny Schai)
Lokalmatadoren: A Crashed Blackbird Called Roseship. (Bild: Jonny Schai)
Kyla la Grange auf der Sternenbühne. (Bild: Benjamin Manser)
Die Band Bonaparte wurde 2006 in Barcelona gegründet. (Bild: Luca Linder)
Sänger mit Maskerade: Tobias Jundt, Frontmann der Band Bonaparte. (Bild: Luca Linder)
Der Bonaparte-Sänger - ein Fall für das Vermummungsverbot? (Bild: Luca Linder)
So sieht der Schweizer Bonaparte-Sänger Tobias Jundt unverkleidet aus. (Bild: Luca Linder)
Jón Þór Birgisson, Leadsänger der Band Sigur Ros, in Aktion. (Bild: Luca Linder)
Eine haarige Angelegenheit: Die Band Friska Viljor performt auf der Sternenbühne. (Bild: Luca Linder)
Die St.Galler Band Tüchel hatte ein Heimspiel im Sittertobel. (Bild: Jonny Schai)
Biffy-Clyro-Frontmann Simon Neil. (Bild: Benjamin Manser)
Schotte ohne Shirt: Simon Neil von Biffy Clyro. (Bild: Benjamin Manser)
Eine Gummipuppe als "Geschenk": Macklemore nimmt's gelassen... (Bild: Luca Linder)
...und macht weiter. (Bild: Luca Linder)
Rapper Wanz als Dritter im Bunde bei Macklemore & Ryan Lewis. (Bild: Luca Linder)
Temperaturen fast wie in der Heimat: Nanna Bryndís Hilmarsdóttir von der isländischen Band Of Monsters And Men. (Bild: Luca Linder)
Ragnar Þórhallsson (Of Monsters And Men). (Bild: Luca Linder)
Klare Ansage: ¥o-Landi Vi$$er von der südafrikanischen Combo Die Antwoord. (Bild: Benjamin Manser)
Rapper Ninja macht die Kälte im Tobel nichts aus. (Bild: Luca Linder)
Afrikaans und Englisch sind ihre Sprachen, Rap ihr Vehikel: Die Antwoord aus Südafrika. (Bild: Benjamin Manser)
Adam Grahn, Sänger der schwedischen Band Royal Republic. (Bild: Luca Linder)
Royal Republic machen den Anfang auf der Sternenbühne. (Bild: Benjamin Manser)
Adam Grahn von Royal Republic. (Bild: Luca Linder)

Auf sie haben viele gewartet: Auftritt der Ärzte mit Farin Urlaub zum Abschluss des OpenAirs. (Bild: Benjamin Manser)

Das Beste kommt zum Schluss
Auf berühmte Ohrwürmer muss das Publikum lange warten. Dies scheint bei manchen etwas Unmut auszulösen. «Ich muss jetzt doch mal etwas schimpfen», sagt Farin Urlaub. Der Grund: Es fliegen Flaschen auf die Bühne. Doch die Ärzte bleiben locker und halten das Publikum mit spontanen Sprüchen bei der Stange. Und als endlich «Schrei nach Liebe» aus den Boxen dröhnt, schlägt die anfangs verhaltene Stimmung plötzlich um. Die Fans singen lautstark mit.

Auch mit dem populären Hit «Junge» lösen die Berliner Punkrocker eine geballte Ladung Euphorie im Publikum aus. Nun schaffen es einige sogar, in einer so genannten «Death Wall» einander anzurempeln, was die Ärzte dann doch mit ein wenig Anerkennung quittieren.

Die beiden Brüder Dennis (l.), 25, und Daniel Ledergerber, 22, aus Rorschacherberg. (Bild: Luca Linder/Benjamin Manser)
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Lucienne Berger (l.), 21, aus Wettingen, und Ilenja Sciuscio, 22, aus St.Gallen. (Bild: Luca Linder/Benjamin Manser)
Wayne Hintermann, 20, aus Wittenbach. (Bild: Luca Linder/Benjamin Manser)
Heidi Künzler (l.), 19, und Seraina Huber, 23, aus St.Gallen. (Bild: Luca Linder/Benjamin Manser)
Jan Scheuermeier, 17, aus Schaffhausen. (Bild: Luca Linder/Benjamin Manser)
Florian Harzenmoser, 21, aus Schaffhausen. (Bild: Luca Linder/Benjamin Manser)
Dani Bolt, 31, aus St.Gallen. (Bild: Luca Linder/Benjamin Manser)
Tim Geiser, 18, aus Bern. (Bild: Luca Linder/Benjamin Manser)
Tobias Nyderegger, 19, aus Bern. (Bild: Luca Linder/Benjamin Manser)
Kian Schmutz, 17, aus Münsingen. (Bild: Luca Linder/Benjamin Manser)
Riccardo Robbi, 25, aus Buchs. (Bild: Luca Linder/Benjamin Manser)
Mario Heeb, 23, aus Buchs. (Bild: Luca Linder/Benjamin Manser)
David Göldi, 25, aus Buchs. (Bild: Luca Linder/Benjamin Manser)

Die beiden Brüder Dennis (l.), 25, und Daniel Ledergerber, 22, aus Rorschacherberg. (Bild: Luca Linder/Benjamin Manser)