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PROZESS: Vergewaltiger härter bestraft

Das Kantonsgericht St. Gallen hat einen Vergewaltiger zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt – und verschärft damit das frühere Urteil des Kreisgerichts.

Ein 30-jähriger Mann stand wegen Sexualdelikten vor Kantonsgericht (Ausgabe von gestern). Nun hat ihn das Gericht zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt. Wie das Kreisgericht See-Gaster hat auch das Kantonsgericht den Beschuldigten in einzelnen Anklagepunkten freigesprochen. In der Mehrheit schützte es aber die Schuldsprüche.

So wurde der türkische Staatsangehörige unter anderem wegen Vergewaltigung, sexueller Nötigung, sexueller Handlungen mit einem Kind, Verletzung des Geheim- und Privatbereichs durch Aufnahmegeräte, Pornografie, Führens eines Motorfahrzeuges trotz Entzug des Aus- weises und Übertretung der Verkehrsregelverordnung für schuldig erklärt. Viele der Straftaten beging er mehrfach. Während die Vorinstanz eine bedingte Freiheitsstrafe von zwei Jahren ausgesprochen hatte, verschärfte das Kantonsgericht die Strafe deutlich. Es verhängte eine teilbedingte Freiheitsstrafe von drei Jahren – davon sind neun Monate vollziehbar, bei 27 Monaten wird der Vollzug mit einer Probezeit von drei Jahren aufgeschoben. Der Beschuldigte wird zudem zu einer bedingten Geldstrafe von 150 Tagessätzen à 120 Franken und zu einer Busse von 600 Franken verurteilt.

Eine im Oktober 2013 bedingt ausgesprochene Geldstrafe von 20 Tagessätzen à 80 Franken muss der Mann nun bezahlen. Dem Vergewaltigungsopfer hat er 15000 Franken und einem weiteren Opfer 3000 Franken als Genugtuung zu zahlen. Die Kosten der Untersuchung und der beiden Gerichtsverhandlungen, welche zu Lasten des Beschuldigten gehen, betragen rund 36000 Franken.

Gezielt minderjährige Mädchen angegangen

An der Berufungsverhandlung vom Montag hatte der Staatsanwalt das Vorgehen des Beschuldigten als systematisch bezeichnet. Die Taten seien mit erheb- licher krimineller Energie ausgeführt worden. Gezielt habe er im Internet minderjährige Mädchen angegangen. Beim Vergewaltigungsopfer habe er die kindliche Naivität für seine sexuellen Bedürfnisse ausgenutzt. Er habe versucht, die Minderjährige mittels Alkohol zu enthemmen. Der Beschuldigte habe mit rund zehn weiteren minderjährigen Mädchen sexuelle Kontakte unterhalten. Das jüngste Opfer war 13 Jahre alt, als sich der damals 26-Jährige an ihm verging. Einzelne Sextreffen filmte der Beschuldigte und schickte die Videos an andere Chat-Bekannte oder er drängte die Mädchen, ihm Nackt-Selfies zu schicken.

Claudia Schmid

ostschweiz@tagblatt.ch

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