PROZESS: Täter im Fall Walde erhält die Höchststrafe

Der IV-Rentner, der seine Stiefmutter mit einem Vorschlaghammer getötet hat, ist wegen Mordes zu 20 Jahren Haft verurteilt worden. Der 47-Jährige wird verwahrt.

Fabienne Sennhauser
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Die Tat geschah am 22. Januar 2015 auf einem abgelegenen Hof in Walde. (Bild: newspictures.ch)

Die Tat geschah am 22. Januar 2015 auf einem abgelegenen Hof in Walde. (Bild: newspictures.ch)

Fabienne Sennhauser

ostschweiz@tagblatt.ch

Das Kreisgericht See-Gaster in Uznach hat den Mann wegen Mordes sowie wegen mehrfach versuchten Mordes schuldig gesprochen, wie das Gericht am Freitag mitteilte. Der 47-Jährige wurde zu einer Freiheitsstrafe von 20 Jahren verurteilt. Ausserdem soll er verwahrt werden.

Die Bluttat geschah am 22. Januar 2015 auf einem abgelegenen Bauernhof im Eschenbacher Ortsteil Walde. Zuerst schoss der 47-jährige Bauer im Stall mehrfach auf den Pächter des elterlichen Hofs und verletzte diesen am Arm. Anschliessend richtete er im Wohnhaus seines Vaters ein regelrechtes Blutbad an. An der Haustür erschlug der Mann mit einem Vorschlaghammer die ­betagte Partnerin des Vaters. Danach ging er in der Stube auf ­seinen Vater los. Der 84-Jährige überlebte den Angriff mit schwersten Schädel- und Hirnverletzungen, verstarb allerdings einige Monate später an einer ­anderen Krankheit.

Schwyzer Polizei stoppte den Täter

Nach der Tat stieg der Bauernsohn in sein Auto und fuhr über Eschenbach Richtung Zürichsee. Dabei wurde er auf der Rapperswilerstrasse in Eschenbach mit 59 Kilometern pro Stunde geblitzt. Als er später auf dem Seedamm Richtung Rapperswil fuhr, stoppte ihn eine Fahndungspatrouille der Schwyzer Polizei bei der Lichtsignalanlage Hurden. An der Gerichtsverhandlung vom 17. August gab der 47-jährige IV-Rentner an, «im Wahn» gehandelt zu haben. Auslöser sei ein auf dem Vorplatz des Hauses liegen gebliebenes Kabel gewesen. Das habe ihn fürchterlich aufgeregt, erklärte der Mann dem Gericht. Der Staatsanwalt ging von einer geplanten Tat aus. Er ­bezeichnete den 47-Jährigen als Gefahr für die Öffentlichkeit. Der psychiatrische Gutachter stützte diese Meinung und bezeichnete den Mann als nicht therapierbar. Der Staatsanwalt forderte 20 Jahre Gefängnis mit anschliessender Verwahrung. Diesem Gesuch ist das Kreisgericht See-Gaster nachgekommen. Es erklärt den Eschenbacher wegen Mordes ­sowie mehrfach versuchten Mordes schuldig. Zudem hat er der Erbengemeinschaft seines Vaters, die als Privatkläger aufgetreten war, eine Genugtuung von 15000 Franken sowie einen Schadenersatz von 3000 Franken zu zahlen. Auch die Kosten des Verfahrens in der Höhe von 85200 Franken hat er selber zu tragen. Eine detaillierte Urteilsbegründung steht noch aus.

Im Entscheid äussert sich der Verfahrensleiter nicht zum Antrag des Verteidigers. Dieser hatte am Prozesstag ein zweites Gutachten gefordert, nachdem eine Therapeutin auf eine mögliche Schizophrenie des geständigen Angeklagten hingewiesen hatte. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.