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PROZESS: Raubzug durch Kaltbrunn

Ein 63-Jähriger hat die Gemeindeverwaltung und Raiffeisenbank in Kaltbrunn überfallen. Bald steht er vor Gericht.
Auto komplett ausgebrannt

Auto komplett ausgebrannt

Aus Frust über seine finanzielle Situation wusste ein 63-jähriger Mann keinen anderen Ausweg, als die Gemeindeverwaltung von Kaltbrunn zu überfallen. Als er dort kein Geld erbeuten konnte, setzte er seinen Raubzug in der nahe gelegenen Raiffeisenbank fort und versetzte das 4500-Seelen-Dorf damit in Angst und Schrecken. Der Vorfall ist mittlerweile über zwei Jahre her. Ende Februar kommt der Fall vor Gericht.

Am 21. Oktober 2015 hatte der Angeklagte zwei Rechnungen über einen Gesamtbetrag von 950 Franken erhalten. Wie er diese zahlen soll, weiss er nicht. Aus Frust holt der Pensionär eine geladene, aber nicht schussbereite Kleinkaliberpistole aus einer Schublade, setzt Mütze und Sonnenbrille auf und packt einen Schal ein. So will er die Gemeinde Kaltbrunn überfallen. In der Finanzverwaltung zieht er die mitgenommene Waffe aus dem Hosenbund. Als ihm der Angestellte glaubhaft versichert, dass kein Bargeld im Büro vorhanden sei, verlässt der Täter den Raum sowie das Verwaltungsgebäude.

Kurz darauf betritt er die unweit der Gemeindeverwaltung gelegene Filiale der Raiffeisenbank. Sein Gesicht bedeckt der Mann mit dem mitgebrachten Schal. Am Schalter fordert er die Angestellte auf, ihm 5000 Franken herauszugeben. Seine Hand mit der Waffe legt er dabei auf ­ die Ablage des Schalters. Die ­verängstigte Angestellte stellt den geforderten Geldbetrag ­bereit.

Nach dem Raub fährt er mit dem Velo nach Hause

Kurz darauf verlässt der Mann samt dem Geld die Bank und fährt mit seinem Velo zunächst in Richtung Oberdorf. Seine Waffe und den Schal wirft er unterwegs ins Lobächli und kehrt dann nach Hause zurück. Rund 40 Minuten nach seiner Tat wird er festgenommen. Gemäss Anklageschrift hat sich der Beschuldigte des ­versuchten und des vollzogenen Raubes unter dem Mitführen einer Waffe schuldig gemacht. Die Pistole des Pensionärs war zum Tatzeitpunkt nicht gemeldet. Auch verfügte er über keinen Waffenschein. Er hat sich somit auch der Widerhandlung gegen das Waffengesetz schuldig gemacht.

Die Staatsanwaltschaft fordert eine bedingte Freiheits­strafe von 18 Monaten. Strafmindernd wirkt sich das vollumfängliche Geständnis des Beschuldigten aus. Auch führte der Angeklagte die Polizei zu der Waffe und dem geraubten Geld. Sowohl Staatsanwaltschaft als auch Verteidigung haben einem verkürzten Verfahren zugestimmt.

Fabienne Sennhauser

ostschweiz@tagblatt.ch

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