PROZESS: Gefängnisstrafe für Serieneinbrecher

Das Ausserrhoder Kantonsgericht hat einen mehrfach vorbestraften Mann zu einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten verurteilt. Vorgeworfen wurden ihm unter anderem Diebstahl und Drogendelikte.

Margrith Widmer
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Der Mann wurde für diverse Einbrüche belangt. (Bild: Archiv/Susann Basler)

Der Mann wurde für diverse Einbrüche belangt. (Bild: Archiv/Susann Basler)

Ein 42-jähriger gebürtiger Serbe sitzt bereits seit drei Monaten in der Strafanstalt Gmünden ein. Nun hat ihn das Ausserrhoder Kantonsgericht zu 30 Monaten Gefängnis verurteilt. 20 Monate wurden ihm bedingt erlassen. Die Probezeit beträgt fünf Jahre. Dazu kommt eine Busse von 500 Franken – und er wird für zehn Jahre des Landes verwiesen. Zudem muss er Zivilforderungen von fast 20000 Franken sowie Untersuchungskosten von 11000 Franken und Gebühren begleichen. Vorgeworfen wurden dem Mann Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch, Drogendelikte und Widerhandlungen gegen das Ausländergesetz wegen illegaler Einreise.

Bei seinen Einbrüchen erbeutete er Bargeld, Schmuck und andere verwertbare Gebrauchsgegenstände. Der Gesamtdeliktsbetrag samt Schadensersatz liegt bei über 65000 Franken. Der Beschuldigte beging zehn Einbrüche und Einbruchsversuche. Zwölf Betroffene reichten eine Strafklage ein. Sieben Fälle von Diebstahl und drei Fälle von Diebstahlversuch wurden ihm zur Last gelegt.

Vorbestraft und viele «Identitäten»

Der Mann ist in mehreren Ländern registriert, in der Schweiz und im Ausland mehrfach vorbestraft; er verfügt über zahllose Aliasnamen. In Deutschland wurde er sogar während der Probezeit straffällig. Laut Staatsanwaltschaft fehlen Hinweise, wonach er sich ernsthaft um eine Anstellung und einen regelmässigen Verdienst bemüht hätte.

Die Einbruchserie begann im Oktober vergangenen Jahres in Waldstatt. Im selben Monat wurden in Gossau, Oberbüren und St. Gallen sowie im November in Tübach und Frauenfeld Einbrüche verübt. Die Spuren liessen auf dieselbe Täterschaft schliessen. Im Mai dieses Jahres wurde der Serbe in Muttenz festgenommen und nach Gmünden gebracht. Er befindet sich im vorzeitigen Strafvollzug.

Der Mann war vollumfänglich geständig und anerkannte auch die Zivilforderungen. Er stellte ein Gesuch auf ein abgekürztes Verfahren. Abgekürzte Verfahren sind «Deals». Sie sind möglich, wenn ein Geständnis vorliegt, Zivilansprüche anerkannt werden und zwischen Staatsanwaltschaft und Verteidigung eine Einigung besteht. Die Privatkläger erhoben keine Einwände. Der Mann stimmte der Anklageschrift zu. Laut den Akten hat der Mann alle Einbruchdiebstähle zusammen mit einem Mittäter verübt. Dieser Mann konnte jedoch nicht identifiziert werden. Er sei eine Zufallsbekanntschaft von einem Campingplatz der Roma in Strassburg, sagte der Beschuldigte. Der Mittäter habe die Reise in die Schweiz organisiert und alles Diebesgut übernommen und verwertet. Laut Staatsanwaltschaft ist dies unglaubwürdig. Allerdings war sie nicht in der Lage, das Gegenteil zu beweisen. Ohnehin ist der Serbe bei allen Einbrüchen gleichermassen mitverantwortlicher Täter.

Keine gewerbsmässigen Diebstähle

Der Serbe war zweimal hintereinander in die Schweiz eingereist, um Einbrüche zu begehen. Die beiden Deliktserien genügten jedoch nicht, um von gewerbsmässigen Diebstählen auszugehen, so der Staatsanwalt. Die Vermutung, dass die beiden Männer als Mitglieder einer Bande gehandelt hätten, liege «zwar in der Luft», so der Staatsanwalt, «kann aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht rechtsgenüglich nachgewiesen werden.»

Der Beschuldigte gab ausserdem zu, Marihuana und Kokain zu konsumieren. Allerdings wurden bei ihm keine Drogenutensilien entdeckt, und der Mann litt nicht unter Entzugserscheinungen. Der «schwere Junge» war mehrmals illegal in die Schweiz eingereist; bei seiner Verhaftung trug er nur die Kopie eines rumänischen Führerausweis auf sich, der auf einen anderen Namen lautete.

 

Margrith Widmer

ostschweiz@tagblatt.ch