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PROZESS: Erstmals sagt der Mediziner aus

Die Thurgauerin Kristina V. sucht weiterhin nach ihren leiblichen Eltern und beharrt auf die Herausgabe von Patientenunterlagen. Fortpflanzungsmediziner Herbert Zech bestreitet ein Schuldeingeständnis.
Christiane Eckert
Ist auf der Suche nach ihren biologischen Eltern: Kristina V. aus Arbon. (Bild: pd)

Ist auf der Suche nach ihren biologischen Eltern: Kristina V. aus Arbon. (Bild: pd)

Kristina V., die 26-jährige Arbonerin, sucht immer noch nach ihren leiblichen Eltern. Zu dem Zweck verlangt sie nach wie vor die Herausgabe der Patientenunterlagen von damals, als sie im Institut für Fortpflanzungsmedizin gezeugt wurde. Gestern wurde der Gerichtsprozess fortgesetzt. Der Medienrummel war auch dieses Mal gross. Über fünf Stunden dauerte die Verhandlung, ehe feststand, dass die Sache erneut vertagt werden muss.

Erstmals kam der Fortpflanzungsmediziner Herbert Zech zu Wort. Einvernommen wurden auch weitere Zeugen, darunter der Sohn des Gynäkologen, ebenfalls ein anerkannter Wissenschaftler und Arzt im Bereich der Frauenheilkunde. Der 44-jährige Sohn von Herbert Zech konnte zwar einiges zum Ablauf im Institut erzählen. Er hatte bereits mit 16 Jahren seinem Vater geholfen und war nach dem Medizinstudium lange Geschäftsführer der Fortpflanzungsklinik. Als Zeuge sprach der Mann dann aber immer wieder Gesellschafts- und andere Verträge an, wonach er zu Verschwiegenheit verpflichtet sei. Auch der Vater bestätigte, dass sein Sohn sich an diese Vorschriften halten müsse, weil ihm ansonsten Sanktionen drohten. Das Gericht will dies überprüfen und dann entscheiden, ob dem Zeugen tatsächlich ein Aussageverweigerungsrecht zusteht.


Zech erklärt Nichterscheinen

Der Fortpflanzungsmediziner Zech erklärte auch sein letztmaliges Nichterscheinen vor Gericht. Am Vortag habe eine Frau in einer Fernseh-Sendung derartige Unwahrheiten über sein Institut erzählt, dass er psychisch nicht in der Lage gewesen sei, am nächsten Tag vor Gericht zu erscheinen. Die Medienkampagne gegen ihn, seine Mitarbeiter und seine Arbeit setze ihm sehr zu, so Zech. Dass es in seiner Einrichtung möglicherweise – ja sogar wahrscheinlich – zu einer Verwechslung gekommen sei, räumte der 68-Jährige ein. Wörtlich als «sicher» zugestanden habe er es nie, weil es nicht beweisbar sei. Ebenso wenig wie es ausgeschlossen sei, dass Kristina V. in der Geburtsklinik verwechselt wurde, so Herbert Zech.


Schwester einvernommen

Einvernommen wurde gestern auch die «Schwester» von Kristina V. Auch bei ihr ist klar, dass der Vater nicht der genetische Erzeuger ist. Sie wurde ebenfalls in Zechs Institut gezeugt. Die junge Frau war involviert, als Kristina gemeinsam mit Herbert Zech versuchte, die Verwechslung aufzuklären. Auch diese Zeugin räumt ein, dass es schon sein könne, dass Zech in Gedanken versucht habe zu rekonstruieren, was damals in der Klinik alles hätte passiert sein können. Die Beklagtenseite bestreitet jedoch, dass es sich dabei um ein Schuldbekenntnis handelt. Auf jeden Fall geht der Prozess in eine weitere Runde.

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