Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

PROZESS: Doch keine Verwahrung

Im Fall des Mords an einem Hauswart in Rapperswil akzeptieren Täter und Staatsanwaltschaft das Urteil.
Ramona Kriese

Es war ein juristisches Pingpongspiel: Jahrelang ging der Fall des 2011 erschossenen Hauswartes von Rapperswil von Gericht zu Gericht, bis vor die höchste In­stanz und schliesslich wieder zurück ans St. Galler Kantonsgericht. Nun hat das Hin und Her ein Ende. Der Täter wird nach seiner Freiheitsstrafe von 18 Jahren definitiv nicht verwahrt. Die Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen, die stets eine solche Verwahrung gefordert hatte, akzeptiert diesbezüglich den Entscheid des Kantonsgerichtes vom 8. September 2017. Wie es auf Anfrage heisst, verzichtet sie auf eine erneute Beschwerde ans Bundesgericht. Das Urteil sei für sie nachvollziehbar, heisst es bei der Staatsanwaltschaft.

Täter zieht Urteil nicht weiter

Auch die Verteidigerin des Mörders will von einem nochmaligen Weiterzug ans höchste Gericht absehen, erklärte sie gestern auf Anfrage. Die Frage der Verwahrung sei ja nun geklärt, ihren Anträgen diesbezüglich vollumfänglich stattgegeben worden. Wo der Verurteilte seine Haftstrafe absitzen wird, dazu konnte seine Verteidigerin nichts sagen. Das Kantonsgericht St. Gallen hatte schon 2015 in zweiter Instanz auf eine Verwahrung des Mannes verzichtet – gestützt auf ein psychiatrisches Gutachten. Das Bundes­gericht bestätigte später dieses Urteil, verlangte aber ein drittes Gutachten für den Täter.

Was die psychiatrische Beurteilung des Mannes anbelangt, geht ebenfalls ein langes Kapitel zu Ende. Drei Gutachten wurden in den letzten Jahren über den heute 63-Jährigen verfasst, der im März 2011 im ehemaligen Swisscom-Gebäude Rapperswil einen Hauswart ermordet hatte. Kaltblütig, planmässig und skrupellos, wie das Kantonsgericht St. Gallen 2015 festhielt. Auch das jüngste Gutachten, das letzten Sommer vorlag, änderte an diesem Entscheid nichts.

Von einer Verwahrung des Mannes hatte das Kantonsgericht St. Gallen aus mehreren Gründen abgesehen: Die Voraussetzung dafür, die Gefährlichkeit des Täters, sei nicht gegeben (Urteil vom 12. September 2017). Der ehemalige Vermögensverwalter habe damals in einer relativ bedrängten Situation gelebt. Wenn er nach 17 Jahren Haft aus dem Gefängnis komme, würden seine Lebensumstände andere sein. Er sei dann im Rentenalter. Und Aggressivität, das sei allgemein zu beobachten, nehme mit zunehmendem Alter ab.

Streit um Geld

Der Mann hatte 2011 einen 57- jährigen Hauswart mit einer Ladung Schrot getötet. Seine Tat hatte er stets bestritten, die Indizien jedoch sprachen gegen ihn: Schmauchspuren an seinem Hemd sowie Blut des Opfers an einem Schuh brachten ihn in Erklärungsnot. Zudem fand man bei einer Hausdurchsuchung ein leeres Waffenfutteral für eine Schrotflinte, deren Projektile am Tatort gefunden wurden.

Die Behörden gehen davon aus, dass dem Mord ein Streit um Mietschulden und einen Lagerraum vorausgegangen war. Irgendwann eskalierte die Si­tuation. Mit einer Schrotflinte ­bewaffnet, klingelte er im Swisscom-Gebäude, in dem das Opfer als Hauswart angestellt war. Er erschoss den perplexen Mann nach einem kurzen Wortwechsel. «Hey, was soll das?», waren seine letzten Worte.

Ramona Kriese

ostschweiz@tagblatt.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.