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PROZESS: Dem Dieb das Handwerk gelegt

Ein Taschendieb muss sich heute vor dem Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland verantworten. Dem Rumänen wird vorgeworfen, in Einkaufszentren Frauen beklaut zu haben. Bis ein Opfer es bemerkte.
Reinhold Meier

Reinhold Meier

ostschweiz@tagblatt.ch

Die Masche war immer dieselbe: In grösseren Einkaufzentren von Migros und Coop schienen dem Taschendieb die Umstände günstig. In rund einem Dutzend von Fällen verwickelte der heute 43-jährige Beschuldigte seine ausschliesslich weiblichen Opfer entweder in belanglose Gespräche, lenkte sie anderweitig ab oder wartete auf einen unbeobachteten Moment. Dann schnappte er sich ihre Geldbörsen und suchte umgehend das Weite – so etwa in Mels, Haag, Bad Ragaz und Gams, aber auch in Wattwil, Heerbrugg, Rorschach und Rheineck. Das Bargeld steckte der Angeklagte ein, der restliche Inhalt interessierte ihn nicht. Die Geldbörsen, aber auch Halbtaxabos, IDs oder Führerausweise warf er meist einfach weg ins Gebüsch.

PIN-Nummern im Geldbeutel notiert

In zwei Diebeszügen im zweiten Halbjahr 2016 habe er mindestens 7200 Franken geklaut, so die Anklage. In zwei Fällen sei es ihm gelungen, Geld von den gestohlenen Bankkarten abzuheben, wie es heisst. Dies, weil die beiden Opfer unvorsichtigerweise ihre PIN-Nummern im Geldbeutel notiert hatten. Zudem fielen dem Mann Cumulus-Gutscheine und Euro-Geldscheine in die Hände. Der Beschuldigte soll bei seinen Diebstählen nicht allein unterwegs gewesen sein, sondern in mehreren Fällen zusammen mit einem Komplizen. Dieser half ihm bei den gewieften und eingespielten Ablenkungsmanövern.

Aus diesem Grund wirft die Staatsanwaltschaft dem Angeklagten auch bandenmässigen Diebstahl sowie den Versuch dazu vor. Hinzu kommt, dass er mit dem Deliktsgut seinen Lebensunterhalt bestritten hat. Darum steht ferner der Vorwurf des mehrfachen und gewerbsmässigen Diebstahls im Raum sowie des Versuchs dazu im Raum.

Dafür soll der Beschuldigte für ein Jahr und acht Monate ins Gefängnis. Bei einem Schuldspruch hat er ausserdem die Verfahrenskosten zu tragen. Sie liegen bereits jetzt bei 10000 Franken. Hinzu kämen die Gerichts- und Anwaltskosten sowie allfällige Zivilforderungen, die er teilweise bereits vorab anerkannt hat.

Kinder-Shirt über Hand gelegt

Die Diebstahlstour des Angeklagten ging am 9. September 2016 in einem Einkaufs-Center in Heerbrugg zu Ende. In der Fleischabteilung trat der Mann auf sein Opfer zu. Er griff mit einer Hand, über die er ein Kinder-Shirt gelegt hatte, in die Handtasche der Frau. Dabei erwischte er gleich zwei Portemonnaies. Doch die Geschädigte bemerkte sein Vorhaben. Sie fing an, laut zu schreien und forderte die Rückgabe der Wertsachen. Als dies nichts nützte, wollte sie dem Mann das Kinder-Shirt wegreissen, um den Trick zu entlarven. Er liess von dem Shirt ab, sodass die Deckung fiel. Offenbar vor lauter Schreck über die unerwartete Gegenwehr, liess er dabei auch die beiden Brieftaschen fallen. Der Beschuldigte wollte davon laufen. Doch dies geling ihm nicht.

Derweil aufgeschreckte Zeugen kamen hinzu. Passanten, Ladenpersonal und der Ehemann der Geschädigten hielten den in flagranti erwischten Dieb bis zum Eintreffen der Polizei gemeinsam fest. Eine Erhebung seiner Telefondaten verhalf zu einer fundierten Anklage.

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