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PROZESS: Das Opfer schrie und wehrte sich

Eine Frau wurde im März 2017 in St. Gallen fast erwürgt. Als Täter ist ein 56-jähriger Österreicher angeklagt. Ihm drohen bis zu neun Jahre Haft. Die Verhandlung findet Ende Februar statt.
Claudia Schmid

Claudia Schmid

ostschweiz@tagblatt.ch

Beim versuchten vorsätzlichen Tötungsdelikt waren offenbar Drogen mit im Spiel. Wie der Anklageschrift zu entnehmen ist, kaufte der Beschuldigte am Nachmittag des 11. März in der Stadt St. Gallen Kokain. Danach ging er an die Farbgutstrasse zu einer Bekannten und konsumierte einen Teil der Drogen.

Gegen 18.30 Uhr klingelte er an der Wohnungstür einer Nachbarin. Laut Staatsanwaltschaft wollte er mit der Frau über angebliche Probleme zwischen ihr und seiner Bekannten sprechen. «Als das Gespräch nicht nach seinem Wunsch verlief, zog er die mitgeführten Lederhandschuhe an, ging auf die Frau zu, sagte, sie werde nun sterben und packte sie wissentlich und willentlich mit beiden Händen am Hals», schreibt die Anklage.

Der Beschuldigte soll sie zu Boden gedrückt und ihr zeitweise Mund und Nase zugehalten haben. Währenddessen schrie das Opfer um Hilfe und wehrte sich. Der Täter aber habe erst von der Frau abgelassen, als sie bewusstlos war und sich nicht mehr regte. Danach sei er wieder in die Wohnung seiner Bekannten gegangen und habe ihr erzählt, dass das Opfer erwürgt und nicht mehr am Leben sei, wird der Tathergang weiter geschildert. Offenbar entschloss sich der Beschuldigte nach ein paar Minuten, erneut in die Wohnung des Opfers zu gehen.

Nachbarin hörte die Schreie

In der Zwischenzeit hatte eine weitere Nachbarin, welche die Schreie gehört hatte, die Polizei alarmiert. Diese fand den Mann kniend und über die am Boden liegende Frau gebeugt vor. Die Staatsanwaltschaft klagte den Beschuldigten wegen versuchter vorsätzlicher Tötung und mehrfacher Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes an. Durch die erhebliche Gewalt sei beim Opfer der Blutrückfluss zum Herzen unterbunden worden und ein bedrohlicher Sauerstoffmangel des Gehirns entstanden, schreibt sie.

Es habe unmittelbare Lebensgefahr bestanden. Als Sanktion beantragte sie beim Kreisgericht St. Gallen eine Freiheitsstrafe von neun Jahren und eine Busse von 200 Franken.

Vollzugsbegleitend sei eine ambulante Massnahme anzuordnen und der Beschuldigte für zwanzig Jahre aus der Schweiz zu verweisen. Der Österreicher, der seinen Wohnsitz in Vorarlberg hat, befindet sich zurzeit in Sicherheitshaft. Die Verhandlung, die vom Kreisgericht St. Gallen geführt wird, findet am 28. Februar im Kantonsgerichtssaal statt. Bis zu einem rechtsgültigen Urteil gilt die Unschuldsvermutung.

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