PROZESS: 185 Kilogramm Hanf verkauft

Mehrere Personen aus dem Raum Toggenburg/Fürstenland haben Hanfplantagen betrieben. Einen von ihnen hat das Kreisgericht zu einer teilbedingten Gefängnisstrafe verurteilt.

Claudia Schmid
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Der Angeklagte hat durch den Verkauf von Marihuana einen Gewinn von über einer Million Franken erwirtschaftet. (Bild: Kantonspolizei Freiburg)

Der Angeklagte hat durch den Verkauf von Marihuana einen Gewinn von über einer Million Franken erwirtschaftet. (Bild: Kantonspolizei Freiburg)

Claudia Schmid

ostschweiz@tagblatt.ch

Die Strafuntersuchung gegen den 46-jährigen Schweizer war Teil von Ermittlungen, die sich gegen mehrere Personen richtete. Die meisten von ihnen sind in separaten Strafverfahren bereits verurteilt worden. Der Mann, der sich aktuell vor dem Kreisgericht St. Gallen verantworten musste, betrieb ab 2004 in Gossau und später in Mogelsberg und Wolfertswil Hanfplantagen.

Der Beschuldigte gab an der Gerichtsverhandlung alle ihm vorgeworfenen Straftaten zu. Er habe gedacht, der Hanfhandel werde bald einmal legalisiert, begründete er den illegalen Anbau der Pflanzen. Das Geschäft startete er mit rund 100 Setzlingen und zehn Lampen in der Hueb in Gossau. Anfang 2007 vergrösserte er die Anlage um zwanzig Lampen. Nachdem er wegen einer parallel betriebenen Hanfplantage in Zihlschlacht vom Bezirksamt Bischofszell eine bedingte Geldstrafe erhielt, gab er seine Plantage in Gossau vorübergehend auf.

Erlös betrug über eine Million Franken

Später baute er in Wolfertswil eine weitere Anlage auf und ­beteiligte sich am Verkauf von ­Marihuana, das ein weiterer Beschuldigter in Mogelsberg anbaute. Die Staatsanwaltschaft zeigte sich überzeugt, dass der Mann zwischen 2004 und 2016 mindestens 185 Kilogramm Marihuana verkaufte und damit einen Erlös von über einer Million Franken erwirtschaftete. Zudem liess er in der Plantage in Wolfertswil eine sogenannte Strombrücke installieren. Dadurch fiel der sehr hohe Strombedarf der Anlage nicht auf. Ausserdem konnte der Beschuldigte so die hohen Energiekosten sparen.

Ein weiteres Vergehen betraf seinen Wohnort in Bichwil. Er lebte mehrheitlich im väterlichen Zuhause, meldete sich aber nie in der Gemeinde an. Die Staatsanwaltschaft hatte den Mann im abgekürzten Verfahren angeklagt und dem Gericht entsprechende Anträge zu den Schuldsprüchen und zum Strafmass gestellt. Das Kreisgericht St. Gallen erhob sie zum Urteil. Damit hat der Beschuldigte Schuldsprüche wegen Verbrechens und Vergehens gegen das Betäubungsmittel­gesetz, unrechtmässiger Entziehung von Energie und Missachtung der Meldepflicht erhalten.

Das Strafmass beinhaltet eine teilbedingte Freiheitsstrafe von drei Jahren, wobei er sechs Monate im Gefängnis verbringen muss. Der Rest wird mit einer Probezeit von fünf Jahren auf­gehoben. Die Geldstrafe von ­ 210 Tagessätzen à 50 Franken wurde ebenfalls teilbedingt ausgesprochen. Zudem muss er eine Busse von 200 Franken bezahlen und ist verpflichtet, dem Staat eine Ersatzforderung von 300000 Franken zu leisten.

Die von der Staatsanwaltschaft Bischofszell bedingt ausgesprochene Geldstrafe von zehn Tagessätzen à 50 Franken aus dem Jahre 2014 wird hingegen widerrufen. Den Technischen Betrieben Flawil hat er wegen des Stromabzapfens rund 7400 Franken zu zahlen. Und schliesslich gehen auch die Verfahrens­kosten, welche insgesamt rund 33600 Franken betragen, zu seinen Lasten.