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PROTEST: Hunderte protestieren in St.Gallen gegen türkische Angriffe in Nordsyrien

Rund 400 Personen haben gestern in St.Gallen gegen die türkische Militäroffensive in Nordsyrien demonstriert. Dabei wurde auch die Tatenlosigkeit der Schweiz verurteilt.
Die Demonstranten zogen mit Fahnen und Plakaten durch die St. Galler Innenstadt. (Bild: Matthias Fässler)

Die Demonstranten zogen mit Fahnen und Plakaten durch die St. Galler Innenstadt. (Bild: Matthias Fässler)

Ausgerechnet der Olivenzweig erlangt in diesen Tagen traurige Berühmtheit. Nach dem bekannten Friedenssymbol hat die türkische Regierung ihre jüngste Militäroffensive gegen kurdische Gebiete in Nordsyrien benannt. Die Angriffe, die als völkerrechtlich höchst umstritten gelten, lösten auf der ganzen Welt massive Proteste aus. Unter dem Motto «Türkei raus aus Syrien» fand gestern auch in St. Gallen eine Demons­tration statt, an der rund 400 Menschen teilnahmen. Es war bereits die sechste Kundgebung in der Stadt seit dem Start der Bombardierungen der Region ­Afrin vor zwei Wochen.

Beobachtet und begleitet wurde der Umzug von der Polizei, die, wie es schien, nichts dem ­Zufall überlassen wollte. In den vergangenen Wochen war es vor allem in Deutschland immer wieder zu gewalttätigen Ausschrei­tungen zwischen kurdischen ­Aktivisten und türkischen Na­tionalisten gekommen. Die De­monstration in St. Gallen verlief jedoch ohne Zwischenfälle. Mit Fahnen der Kurdenmiliz YPG oder dem Konterfei des PKK-Anführers Abdullah Öcalan, mit Transparenten und Plakaten zogen die Demonstranten durch die Innenstadt zum Waaghaus, wo die Abschlusskundgebung stattfand.

Organisiert hatte die De­monstration das kurdische Gesellschaftszentrum zusammen mit der CaBi-Solidaritätsgruppe Syrien/Kurdistan. Mitgetragen wurde sie von den Kantonalparteien der Grünen und der SP, der PFG, dem Solidaritätsnetz Ostschweiz und der Juso.

Schweiz soll den Krieg verurteilen

Die Forderungen der Demons­tranten nach Demokratie und Frieden richteten sich primär an die türkische Regierung und deren autokratischen Machthaber Recep Tayyip Erdogan. Aber auch die Schweiz wurde thematisiert. In seiner Rede kritisierte SP-Kantonsrat und Stadtparlamentarier Etrit Hasler die Untätigkeit der hiesigen Politik. «Der Konflikt scheint hier niemanden mehr zu interessieren», sagte er. Unter dem Deckmantel der Neutralität würde man wegsehen, «wenn die Welt um uns in Mord und Barbarei verfällt». Unterdessen gingen die Waffenexporte munter weiter, in einem Konflikt, in dem es keine Neutralität geben könne, so Hasler.

Auch Gülsen Celikkol von der CaBi-Solidaritätsgruppe kritisierte die Tatenlosigkeit.«Wir fordern, dass die Schweiz diesen Krieg verurteilt», sagt sie. Die Schweiz solle zudem alle möglichen diplomatischen Mittel einsetzen, um auch die internationale Staatengemeinschaft zu einer Verurteilung des Krieges zu bewegen. Mittlerweile wurde bekannt, dass für die türkische Militäroperation, die immer mehr zivile Opfer fordert, auch deutsche Kampfpanzer eingesetzt wurden.

Am 10. Februar starten kurdische Aktivistinnen und Aktivisten in Mannheim einen achttägigen Marsch nach Strassburg. Auch in St. Gallen werde weiterdemonstriert, sagen die Organisatoren.

Matthias Fässler

matthias.faessler@tagblatt.ch

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