Protest gegen SBB mit über 1000 Unterschriften

Vor einigen Monaten haben die SBB mehrere temporär angestellte Wagenreiniger aus Romanshorn und St. Gallen entlassen (Ausgabe vom 7. Juli). Felix Birchler, Sekretär der Schweizer Eisenbahnergewerkschaft SEV, lancierte daraufhin eine Petition.

Sina Bühler
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Vor einigen Monaten haben die SBB mehrere temporär angestellte Wagenreiniger aus Romanshorn und St. Gallen entlassen (Ausgabe vom 7. Juli). Felix Birchler, Sekretär der Schweizer Eisenbahnergewerkschaft SEV, lancierte daraufhin eine Petition. Sie verlangt die Rücknahme der Kündigung und die Wiedereinstellung der betroffenen Angestellten. 1095 Arbeitskollegen der vier Entlassenen haben sie in den vergangenen Wochen unterschrieben.

Entlassene erzählen ihre Version

Heute reisen die vier ehemaligen Wagenreiniger mit der Petition nach Bern. «Wir haben einen Termin mit dem obersten Personalchef der SBB», sagt Birchler. Damit sei ein Teilziel erreicht: Die Entlassenen könnten ihre Version der Kündigung erzählen. Bisher hätten sich das Temporärbüro und die SBB gegenseitig nur die Verantwortung zugeschoben, «aber den Angestellten hat noch niemand zugehört», so Birchler. Er vermutet, die Entlassung könnte mit dem neuen Gesamtarbeitsvertrag zusammenhängen. Dieser sieht vor, dass Temporärangestellten, die schon mehr als vier Jahre für die SBB arbeiten, eine feste Stelle angeboten wird. «Dem wollte man durch die Entlassung zuvorkommen», behauptet Birchler. SBB-Sprecherin Lea Meyer wies die Vorwürfe zurück und betonte, man halte sich an die Vereinbarung. Die vier Betroffenen haben zwischen zwei und acht Jahren bei den SBB gearbeitet. Die zwei jüngeren haben inzwischen eine neue Stelle gefunden, allerdings wieder über ein Temporärbüro. Die älteren Mitarbeiter hingegen, 53 und 58 Jahre alt, sind heute arbeitslos.

Kein Wiedereinstellungsrecht

In der Schweiz ist eine Wiedereinstellung selbst bei missbräuchlichen Kündigungen nicht gesetzlich vorgesehen. Ausser bei Geschlechterdiskriminierung, wo sie nach Gleichstellungsgesetz möglich ist. «Das ist besonders schlimm für Gewerkschaftsmitglieder, die sich für ihre Rechte wehren. Und es steht im Widerspruch zu internationalen Konventionen, die auch von der Schweiz ratifiziert worden sind», sagt Birchler.