Profifussballer erhält kein Stempelgeld

Ist ein Fussballer zu 50 Prozent als Profi bei einem Verein angestellt, kann er für die restlichen 50 Prozent keine Gelder der Arbeitslosenversicherung kassieren. Das Bundesgericht verneint die Vermittlungsfähigkeit – aufgrund eines Falles im Kanton St. Gallen:

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Ist ein Fussballer zu 50 Prozent als Profi bei einem Verein angestellt, kann er für die restlichen 50 Prozent keine Gelder der Arbeitslosenversicherung kassieren. Das Bundesgericht verneint die Vermittlungsfähigkeit – aufgrund eines Falles im Kanton St. Gallen:

Ein heute 32jähriger Fussballer war vor drei Jahren arbeitslos. Er meldete sich deshalb im Sommer 2011 bei der Arbeitslosenversicherung und beantragte Stempelgelder, die ihm auch ausgerichtet wurden. Ein Jahr später fand er bei einem neuen Verein wieder einen Job. Er schloss einen Zweijahresvertrag als Profispieler ab. Gegenüber der Arbeitslosenversicherung erklärte er, neben seiner Tätigkeit als Fussballprofi bei seinem neuen Verein suche er einen 50-Prozent-Job. Er forderte dementsprechend weiterhin Arbeitslosengelder.

Beschwerde abgewiesen

Das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) kam jedoch zum Schluss, dass der Fussballer angesichts seines Jobs bei einem Fussballverein für eine anderweitige 50-Prozent-Beschäftigung nicht vermittelbar sei. Das RAV weigerte sich deshalb, ihm Stempelgelder auszurichten. Sowohl das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen als nun auch das Bundesgericht haben diese Einschätzung bestätigt und eine Beschwerde des Profifussballers abgewiesen.

Keine Zeit für zweiten Job

Auch die Lausanner Richter sind der Meinung, dass der Profifussballer, der seit dem 1. Juli 2013 zu 100 Prozent bei seinem neuen Verein angestellt ist, von Mitte Juli 2012 bis Ende Juni 2013 neben seiner Tätigkeit als Profifussballer für eine weitere teilzeitliche Beschäftigung nicht vermittlungsfähig war. Denn es stehe im Belieben seines Trainers, die zeitliche Ansetzung der Trainings und deren Anzahl je nach Leistungen der Mannschaft anzupassen. Zudem kämen weitere Verpflichtungen wie etwa die Teilnahme an Trainingslagern hinzu. Darum sei es dem Fussballer gar nicht möglich, zusätzlich einen 50-Prozent-Job anzunehmen. (tzi)

Urteil 8C_684/2014