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PRO UND CONTRA: Die schönste Zeit des Jahres: Allein verreisen oder doch lieber in Gesellschaft?

Gerade sind Frühlingsferien und auch die warmen Monate und die Sommerferien lassen nicht mehr lange auf sich warten. Für diejenigen, die wegfahren, stellt sich dabei eine Frage: Alleine oder mit der Familie, Freunden oder Fremden verreisen? Wer alleine wegfährt, bleibt spontan und erlebt viel Neues. Doch auch das Verreisen in einer Gruppe hat seinen Reiz.
Badeferien: Die einen geniessen sie lieber allein, die anderen in Gesellschaft.

Badeferien: Die einen geniessen sie lieber allein, die anderen in Gesellschaft.

Mit den Kollegen zum Junggesellenabschied nach Mallorca an den Ballermann feiern gehen, mit Kind und Kegel für ein paar Tage nach Wien oder mit dem Reiseveranstalter nach Marokko: Die Möglichkeiten sind zahlreich. Doch sowohl Ferien in der Gruppe als auch das Verreisen ohne Begleitung bringen Vorteile mit sich.

Gemeinsam durch den Grossstadtdschungel

Reisen ist ein Luxus, den viele Schweizer in Anspruch nehmen. Hört man sich im Freundeskreis um, wird etwas schnell klar: Lieber auf das teure Auto oder die moderne Wohnung verzichten, und sich dafür auf und davon machen. Dabei darf es auch weiter als ins benachbarte Frankreich oder Italien gehen, denn Billigfluganbieter ermöglichen es fast jedem, spontan zu verreisen. Als Folge der Digitalisierung ist es heute bedeutend einfacher als früher, eine Unterkunft zu finden, die das Budget nicht allzu sehr strapaziert.

Unsicher, in welchem Café zu brunchen oder in welcher Bar Cocktails zu trinken? Nicht verzagen, Tripadvisor fragen. Auch wenn die App, auf der User vor allem Restaurants und Bars bewerten können, wegen unzuverlässiger Kundenbewertungen immer wieder in Verruf gerät, erfreut sie sich bei Reisefreunden grosser Beliebtheit.

Wer alleine wegfährt, bleibt spontan und entdeckt Neues. Verreist man in einer Gruppe, braucht man sich nicht um lästige Pflichten wie Buchungen zu kümmern. Den anderen überlassen und einfach entspannen. Fährt man mit einer Gruppe in die Ferien, hat man zudem stets Gesellschaft. Und in einer Reisegruppe verliert man auch im Grossstadtdschungel die Orientierung nicht. (bro)

Pro

Alleine verreisen erweitert den Horizont

Rossella Blattmann, Volontärin

Rossella Blattmann, Volontärin

Die Möglichkeiten sind grenzenlos: Wer ohne Begleitung in die Ferien fährt oder sich auf eine längere Reise begibt, dem stehen auf allen fünf Kontinenten sämtliche Türen offen. Um Neues zu entdecken und Land und Leute kennen zu lernen, braucht es nicht mehr als Reisepass, Gepäck – und eine offene Einstellung.

Das Flugticket ist gekauft, die Unterkunft gebucht, und der Lonely-Planet-Reiseführer steckt bereits voll neonpinker Klebezettel. Vorfreude ist die schönste Freude, insbesondere vor einer Reise. Doch gilt es zu beachten: Sei es ein spontaner Wochenendtrip mit dem TGV nach Paris oder eine mehrmonatige Reise mit dem Rucksack durch Südostasien: Wer verreist, tut gut daran, dies allein und nicht in einer Gruppe zu tun.

Allein zu verreisen bedeutet nicht Einsamkeit, sondern Freiheit. Man bleibt spontan, lässt alles auf sich zukommen und entdeckt Dinge, die einem sonst verborgen geblieben wären. Keine übereifrigen Mitreisenden, die einen mit ständigem Blick auf die Uhr und sorgfältig im Voraus ausgedrucktem Tagesplan in der Hand durch die Pariser Gassen von A nach B hetzen.

Stundenlang in einem Geschäft auf die Mutter warten, bis sie endlich ein passendes Mitbringsel für die Bürokollegin gefunden hat? Neben der Damentoilette vor einer unendlich langen Schlange warten, bis die Schwester endlich raus kommt? Alt und grau werden, bis sich die kunstinteressierten Freunde auch jedes Bild im Museum angesehen haben? Nein danke, das braucht nun wirklich kein Mensch. Stattdessen gilt: sich einfach treiben lassen. Spontan durch das Marais flanieren und beim gerade entdeckten Israeli eine Falafel essen. Auf den Spuren nach Amélie durch Mont­martre schlendern und im kleinen Café ein buttriges Croissant (oder zwei, oder drei) verdrücken. Sich einfach so mit einem kühlen Bier in der Hand auf die Treppen vor dem Sacré-Coeur setzen und hoch über der Stadt die Aussicht über ganz Paris geniessen.

Mit anderen Reisenden und Einheimischen ins Gespräch kommen, und noch am selben Tag die Nacht durchfeiern: Was gibt es Besseres? Und mit einem kleinen bisschen Glück entsteht vielleicht sogar die eine oder andere Freund- oder Liebschaft. Vielleicht sogar fürs Leben.


Contra

Gemeinsames Reisen gibt Sicherheit

Ramona Riedener, Praktikantin

Ramona Riedener, Praktikantin

Ein Kurztrip ins Tessin, Badeferien an der Costa Blanca oder die Vereinsreise ins Zillertal sind Ferien-Highlights. Mit der passenden Begleitung wie mit der Familie, guten Freunden oder Vereinskameraden macht verreisen gleich doppelt so viel Spass. Was ist das leckere Essen, der einheimische Wein oder ein romantischer Sonnenuntergang, wenn man es mit niemanden teilen kann? Dass ich dabei Rücksicht auf meine Reisebegleitung nehmen muss, nehme ich gerne in Kauf.

Reisen im deutschsprachigen Raum, allenfalls auch in südländischen Städten, ist relativ einfach. Ferien in Ländern, wo Kultur und Sprache fremd sind, können unter Umständen aber schwierig werden. Meist kommt der Zeitfaktor dazu, man möchte in kurzer Zeit möglichst viel sehen und erleben. Dann ist die richtige Begleitung, mit der man sich austauschen kann, Gold wert. Wie wichtig es ist, jemanden an der Seite zu haben, wenn Ferien nicht so verlaufen, wie man es sich vorstellt, erlebte ich auf einer Städtereise: Vier Tage lang eintauchen in die orientalische Kultur von Istanbul wollte ich gemeinsam mit meinem Lebenspartner und meinem damals fünfzehnjährigen Sohn. Doch die Reise wurde zum Horrortrip. Unsere Probleme begannen bereits am Flughafen in Istanbul. Mein Partner durfte nicht einreisen, weil er als EU-Bürger kein Visum hatte. Wir wurden getrennt und fanden erst nach mehr als einer Stunde dank Handy wieder zusammen.

In halsbrecherischem Tempo im überladenen Taxi ging es Richtung Hotel, wo die nächste Überraschung auf uns wartete: Statt im klimatisierten Viersternezimmer wurden wir in einem Schlafraum mit kaputter Klimaanlage, tropfendem Wasserhahn und Blick auf den Hinterhof im Armenviertel untergebracht. Der Versuch, die Stadt auf eigene Faust zu besichtigen, scheiterte kläglich an Unübersichtlichkeit, Sprachproblemen und Zeitmangel. Mit Blasen an den Füssen, erschöpft von der Hitze und dem ziellosen Umherirren, wollte ich nur noch heim. Wäre ich alleine gewesen, ich hätte den nächsten Flug nach Zürich genommen. Zum Glück waren mein Sohn und mein Partner da und trösteten mich. Am nächsten Tag zeigte uns ein Deutsch sprechender Reiseführer, den mein Partner heimlich gebucht hatte, die Sehenswürdigkeiten der Stadt. So wurde der Städtetrip doch noch ein Erlebnis – dank meiner Reisebegleiter.

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