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PRO UND CONTRA: Der Valentinstag - Fluch oder Segen?

Die einen lieben den Valentinstag, die anderen finden ihn komplett überflüssig. Auch unsere beiden Redaktorinnen Astrid Zysset und Karin Erni sind komplett uneins, was den Tag der Liebenden angeht.
Herzgefühle pur: Am Valentinstag steht die Liebe im Zentrum. (Bild: BARBARA GINDL (APA/APA))

Herzgefühle pur: Am Valentinstag steht die Liebe im Zentrum. (Bild: BARBARA GINDL (APA/APA))

"Geniessen Sie's, meine Damen!"

(Astrid Zysset, Redaktorin)

Der Valentinstag steht vor der Tür. Und damit auch die Frage im Raum, was Mann denn Frau schenken soll. Ärgerlich, wenn so etwas von einem verlangt wird. Das verstehe ich. Aber meine Herren, wann sonst kommt ihr denn mal mit Blumen nach Hause?

Zugegeben: Wenn man etwas schenken MUSS, dann artet es in Stress aus. Dann müssen kurz vor Feierabend die Pralinen aus der Tankstelle her oder – schlimmer noch – die Blumen aus dem Automaten. Schenken sollte man dann, wenn die Situation passt, sagen die Kritiker. Aber – seien wir mal ehrlich – solche Situationen gibt es im Alltag nie. Wann kam denn Ihr Göttergatte das letzte Mal mit einem Strauss Rosen nach Hause, überreichte diese und säuselte, dass er gerade an Sie gedacht habe und einfach sagen wollte, dass er Sie liebe? Eben: Da stossen wir Damen doch vorher auf eine Goldmine oder es gelingt uns die Sichtung eines seltenen Schneeleoparden im heimischen Gemüsebeet.

Astrid Zysset. (Bild: Hanspeter Schiess)

Astrid Zysset. (Bild: Hanspeter Schiess)

Um diesen Umstand weiss die Industrie. Der Valentinstag geht auf einen oder mehrere christliche Märtyrer namens Valentinus zurück. Der Gedenktag wurde von Papst Gelasius I. 469 für die ganze Kirche eingeführt, 1969 jedoch aus dem römischen Generalkalender wieder gestrichen. Heut­zutage haben ihn Süsswarenfabrikanten und Blumenhändler für sich entdeckt. Kommerziell ist er geworden, der Valentinstag. Stimmt. Aber er ist doch trotzdem schön! Es ist der Tag, an dem Frau ihre Pralinen und Rosen bekommt, ohne dass sie zuvor seine Ölflecken aus der Garage entfernen oder mit seinen Eltern auf Kreuzfahrt gehen musste. Es ist ein Tag, an dem Frau einfach so Geschenke bekommt. Einfach, weil sie ihm immer den Rücken freihält, ihn aufbaut und seine dreckigen Socken wegräumt. Anerkennung gibt es an den übrigen 364 Tagen dafür sicherlich nicht.

In der emanzipierten Zeit, in der wir heute leben, ist es selten geworden, dass der Mann in altmodischer Manier mit kleinen Präsenten seine Aufwartung macht. Eigentlich schade. Ich mag meine Schokolade und meine Blumen nicht immer selbst kaufen. Sie würden zwar sicherlich besser zum Interieur passen und die Süssigkeiten entsprächen genau meinem Gusto – aber nichts ist so schön, wie etwas geschenkt zu bekommen. In diesem Sinne, meine Damen, geniessen Sie’s!

"Heilfroh, Single zu sein"

(Karin Erni, Redaktorin)

Der Valentinstag ist einer dieser unsäglichen "Muss"-Tage. Schon Wochen im Voraus appellieren Floristen, Konditoren und Juweliere an unser schlechtes Gewissen. Sie suggerieren, Liebe könne man nur mit einem entsprechenden Präsent zum Ausdruck bringen.

Karin Erni. (Bild: Martina Basista)

Karin Erni. (Bild: Martina Basista)

Schenken ist ja an sich etwas Schönes, aber am meisten Freude macht meines Erachtens ein Geschenk, wenn die Situation grad passt oder wenn man damit jemandem einen lang gehegten Wunsch erfüllen kann. Kollektive Geschenkbesorgungstage dagegen verursachen vor allem Stress und dieser wiederum verringert die Chance, etwas wirklich Passendes zu finden. Als Notlösung für den Heimweg bieten sich am 14. Februar daher meist Blumen an. Bei den Unmengen "Heuchler­besen", die an diesem Tag über den Ladentisch gehen, ist die Chance, dass die Blumen wirklich frisch sind, wohl eher klein. Nach zwei, drei Tagen landen sie meist im Abfall­kübel.

Auf Pralinés und andere süsse Sünden auszuweichen, ist auch keine gute Idee, denn diese sabotieren vielleicht die guten Neujahrsvorsätze der Beschenkten. Ähnliches gilt für die Einladung zu einem gemeinsamen Abendessen im Gourmettempel. Zumal der Valentinstag dieses Jahr auf den Aschermittwoch und somit auf den Beginn der Fastenzeit fällt. Bliebe dann noch Schmuck – und vielleicht schöne Unterwäsche. Doch Hand aufs Herz, welcher Mann kennt schon den Geschmack und die aktuelle Körbchengrösse seiner Liebsten?

Wie so viele Bräuche wurde auch der Valentinstag einst von einem römischen Fest übernommen. So sollen die Menschen im antiken Rom der Göttin Juno, der Beschützerin von Ehe und Familie, Mitte Februar gedacht haben, weil dann die Paarungszeit der Vögel beginnt. Die römischen Frauen wurden zu diesem Fest symbolisch mit Blumen beschenkt. Offenbar funktionierte der weibliche Mensch schon damals so, dass er sich bei entsprechender Geschenkslage (paarungs-)williger zeigte. Heutzutage dagegen fühlen sich die Männer bei diesem Brauch offenbar eher im Nachteil. Sie monieren, sie seien trotz Gleichberechtigung der Frauen einmal mehr diejenigen, von denen eine "Leistung" erwartet werde.

Wie dem auch sei, an Tagen wie diesen bin ich jeweils heilfroh, Single zu sein…


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