Pro Senectute macht mobil

ST.GALLEN. Die Pro Senectute St.Gallen ist neu auch auf vier Rädern unterwegs. Sie hat gestern ihre neuen mobilen Anlaufstellen für Altersfragen vorgestellt. Damit ist sie eine Vorreiterin in der Schweiz.

Samuel Koch
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Die mobilen Anlaufstellen für Altersfragen der Pro Senectute bieten Platz für mehrere Personen und sind mit der nötigen Infrastruktur ausgerüstet. (Bild: Hanspeter Schiess)

Die mobilen Anlaufstellen für Altersfragen der Pro Senectute bieten Platz für mehrere Personen und sind mit der nötigen Infrastruktur ausgerüstet. (Bild: Hanspeter Schiess)

«Wir wollen noch näher an die Leute heran», sagt Thomas Diener. Der Geschäftsführer der Pro Senectute Kanton St. Gallen macht damit auf das neue Projekt «Pro Senectute Mobil» aufmerksam. Dazu gehören sechs neue, knallgrüne Busse, die als mobile Beratungsstellen dienen. Damit will Pro Senectute der Bevölkerung einen noch schnelleren Zugang zu Informationen und Beratungen ermöglichen. Gestern wurden die Busse an der Fachhochschule St. Gallen (FHS) vorgestellt – zukünftig werden sie von jeder der sechs Regionalstellen im Kanton eingesetzt.

«Das Älterwerden betrifft uns alle», sagt Beata Studer, Stiftungsratspräsidentin der Pro Senectute Kanton St. Gallen. Entstanden ist die Idee für die mobilen Anlaufstellen für Altersfragen in einer Arbeitsgruppe. Damit ist die Pro Senectute Kanton St. Gallen «sogar eine Vorreiterin in der Schweiz». Gerade wegen seiner geographischen Grösse und der vielen ländlichen Gebiete müsse der Kanton St. Gallen breit abgedeckt werden. «Mit den mobilen Beratungsstellen schaffen wir das flächendeckend», sagt Studer. Der Zugang müsse zudem so einfach und unkompliziert sein wie der Gang zur Bäckerei.

Der Milchmann von heute

Geschäftsleiter Diener betont einen weiteren Vorteil: «Die Betroffenen müssen sich nicht mehr überwinden, um ihre Anliegen loszuwerden.» Neuerdings könnten sie – aber auch die Angehörigen – ihre Fragen direkt an die Fachleute vor Ort richten. «Die Busse sind dabei eine Ergänzung zu der bisherigen Dienstleistung und quasi ein Eintrittsbillett für eine weitere Beratung in der Regionalstelle», sagt Diener. «Die mobilen Beratungsstellen sind vergleichbar mit dem Milchmann oder dem Migroswagen, die wir von früher kennen.»

Wann und wo genau die Busse zum Einsatz kommen, steht noch nicht fest. Sie sollen aber in einem regelmässigen Turnus unterwegs sein. «Wir brauchen sozusagen einen Busfahrplan», sagt Diener. Fixe Tage, fixe Zeiten und an denselben Orten sollen die «Beratungsbüros auf vier Rädern» der Bevölkerung zur Verfügung stehen.

Aussen sind die grünen Busse gross und auffallend angeschrieben. Im Innern befindet sich die nötige Ausrüstung mit Schreibtisch, Internetanschluss und Informationsmaterial. Drei Sitzplätze ermöglichen sogar ein Beratungsgespräch und im Sommer lässt sich auch ausserhalb des Busses ein kleiner Informationsstand aufbauen. Zudem können die mobilen Beratungsstellen auch an Messen und Veranstaltungen eingesetzt werden. «Wir brauchen keinen Stand oder Ähnliches, sondern übergeben unseren Fachleuten lediglich den Autoschlüssel», sagt Diener.

Fachleute sind unterwegs

Gekostet haben die sechs Busse rund eine Viertelmillion Franken. Zwei Drittel davon entstammen Stiftungsgeldern und dem Lotteriefonds. Den Rest finanzierte die Pro Senectute aus der eigenen Tasche. Die Investition lohnt sich laut Diener: «Bei <Pro Senectute Mobil> brauchen wir kein zusätzliches Personal, sondern können unsere Fachleute aus den Regionalstellen für die Beratungen einsetzen.»

Die «Büros auf Rädern» der Pro Senectute sollen 2016 erstmals in den St. Galler Gemeinden unterwegs sein. «Die Verankerung braucht etwas Zeit», sagt Thomas Diener. Zudem soll der knallgrüne Konvoi in Zusammenarbeit mit der FHS für die Forschung genutzt werden.

Thomas Diener Geschäftsführer Pro Senectute Kanton St. Gallen (Bild: Hanspeter Schiess)

Thomas Diener Geschäftsführer Pro Senectute Kanton St. Gallen (Bild: Hanspeter Schiess)