"Prix Courage" geht in die Ostschweiz

Der diesjährige "Prix Courage" der Zeitschrift "Beobachter" geht an Erna Niedermann aus Flawil. Die 70-Jährige hat zwei junge Frauen aus der reissenden Thur gerettet. Samt Schuhen und Tasche stürzte sie sich in den Fluss.

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Erna Niedermann an der Stelle, wo sie zwei Frauen das Leben rettete. (Bild: Urs Bänziger)

Erna Niedermann an der Stelle, wo sie zwei Frauen das Leben rettete. (Bild: Urs Bänziger)

Niedermann bezeichnet sich eigentlich als schlechte Schwimmerin. Trotzdem sei sie in den Fluss gesprungen, um zwei junge Frauen zu retten, schreibt der "Beobachter" in einer Mitteilung vom Freitag.

"Nie für möglich gehalten"
"Diese Notsituation hat in mir Kräfte freigesetzt, die ich nie für möglich gehalten hätte", erklärt sich Niedermann den glimpflichen Ausgang der Rettungsaktion. Dass sie eine heldenhafte Tat begangen hatte, war ihr offenbar nicht bewusst. Ohne ihren Namen zu hinterlassen, fuhr sie nach Hause.

Weil bei ihrem Einsatz aber ihre Brille verlorenging, meldete sie sich kurz darauf im nahegelegenen Asylzentrum, wo eine der beiden geretteten Frauen lebte. Bei den Asylsuchenden hatte die Nachricht von der heldenhaften Rettung bereits die Runde gemacht.

Wirklich couragiert findet Niedermann ihre Tat selbst nicht: "Es ist doch selbstverständlich, dass man in einer solchen Situation hilft." Für ihren Einsatz erhielt die 70-Jährige am Freitag den "Beobachter Prix Courage", der mit 15'000 Franken dotiert ist.

Schülerinnen gründen Hilfswerk
Der "Prix Courage Next Generation" geht in diesem Jahr an Franzisca Gartenmann und Lara Twerenbold aus Erlenbach ZH. Die beiden Jugendlichen gründeten einen Verein, der Waisenkindern in Laos den Zugang zu Bildung ermöglicht. Der Verein unterstützt mittlerweile 20 Kinder mit Stipendien von je knapp 700 Franken.

Das Engagement begann mit einer Reise nach Laos, wo Gartenmann überall "schreiende Ungerechtigkeiten" sah. Dies habe sie richtig sauer gemacht. Wieder zuhause gründete sie mit ihrer Freundin ein Hilfswerk, obwohl beide gemäss eigenen Aussagen "keine Ahnung hatten, wie Entwicklungszusammenarbeit funktioniert". Der "Next Generation"-Preis ist mit 3000 Franken dotiert. (sda)