Presseschau
«Heroische Kämpfer», «Geniestreich von Stillhard», «Finaleinzug ist hochverdient»: So berichten Schweizer Medien über den Cup-Coup des FC St.Gallen

Vom Halbfinal am Mittwoch FC St.Gallen gegen Servette liest man in den Medien alles von einer ausgeglichenen Partie bis zum leidenschaftlichen Kampf.

Sabrina Manser
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Der FC St.Gallen zieht am Pfingstmontag in den Cupfinal, bei dem er auf den FC Luzern trifft.

Der FC St.Gallen zieht am Pfingstmontag in den Cupfinal, bei dem er auf den FC Luzern trifft.

Bild: Martial Trezzini/ KEYSTONE

Erstmals seit 23 Jahren qualifiziert sich der FC St.Gallen für den Cupfinal. Die St.Galler gewinnen den Halbfinal gegen Servette mit 1:0. In der 83. Minute schoss Basil Stillhart das entscheidende Tor. Am Pfingstmontag, 24. Mai, tritt der FCSG gegen den FC Luzern an – und hat damit die Chance, zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte den Schweizer Cup zu gewinnen.

Auch andere Schweizer Medien haben den Halbfinal mitverfolgt.

«FM1Today» schreibt «mit leidenschaftlichem Kampf in den Cupfinal». Weiter ist zu lesen: «Elf heroische St.Galler Kämpfer setzen sich im Stade de Genève gegen ein starkes Servette durch. Ein neuer VAR-Tiefpunkt ist dabei letztlich der Zündfunken für den stotternden St.Galler Motor.»

«Schreiner Stillhart zimmert Espen ins Glück», titelt der «Blick». Weiter schreibt er: «Cupfinal und Liga-Erhalt. Mit zwei Siegen innert vier Tagen kann der FCSG seine verkorkste Saison doch noch retten.»

Von «verpassten Chancen» und einer «ausgeglichenen Partie»

«Der FC St.Gallen folgt Luzern in den Cupfinal – die Perücken liegen bereit», heisst es bei der NZZ. In der 18. Minute habe der Schiedsrichter auch ohne VAR erkannt, «dass sich Jérémy Guillemenot wieder einmal allzu leicht im gegnerischen Strafraum hatte fallen lassen». Und dann: «Der Genfer im St.Galler Dress war lange der auffälligste Spieler. In der ersten Hälfte verpasste er ein Tor zweimal um Zentimeter.» An ihm zeige sich das Problem der St.Galler in dieser Saison: Es fehle an Kaltblütigkeit und Präzision im Abschluss. «Jedoch offenbarten die Genfer in der Offensive am Mittwochabend noch mehr Unvermögen. Es hatte Slapstick-Charakter, wie sie ihre Chancen ausliessen.» Zum Tor schreibt die NZZ:

«Die Ironie ist, dass das einzige Tor einer eigentlich harmlosen Hereingabe entsprang.»

«Die Genfer müssen sich an der eigenen Nase nehmen, dass nicht sie am Pfingstmontag, 24. Mai, im Cupfinal in Bern gegen Luzern um den Titel kämpfen. In der ersten Halbzeit hätte Servette durch Kyei und Cognat in Führung gehen müssen», steht im «Tages-Anzeiger».

SRF schreibt von einer «ausgeglichenen Partie». Es sei ein «furioser Start in die Partie» gewesen: «Bis zur Pause waren in Genf keine Tore gefallen, Chancen dafür hätte es aber im Multipack gegeben: Nach nur gerade 30 Sekunden kam Jérémy Guillemenot nach einem Prellball aus rund 10 Metern freistehend zum Abschluss. Der Ball des Genfers in Diensten der St.Galler zischte nur knapp am Tor vorbei.»

Geschafft! Das Team feiert den 1:0-Sieg gegen Servette.
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Bitte lächeln: Auch das Siegerfoto darf nicht fehlen.
FCSG-Coach Peter Zeidler ist ausser sich vor Freude.
Des einen Freud, des anderen Leid: Servettes Miroslav Stevanovic ist die Enttäuschung anzusehen.
Auch Teamkollege Timothe Cognat würde lieber feiern.
Bei den St.Gallern ist die Stimmung indes ausgelassen. Die Teamkollegen feiern Basil Stillharts Siegtreffer.
Und das ist St.Gallens Matchwinner: Basil Stillhart erzielt das 1:0-Siegtor in der 83. Spielminute.
Bis zum Siegtor war es jedoch ein Kampf auf beiden Seiten. St.GallensEuclides Cabral hier gegen Servettes Alex Schalk.
Servettes Gael Ondoua (L) und Alex Schalk (R) lassen St.Gallens Jordi Quintilla nicht durchlaufen.
Hier kommst du nicht durch: St.Gallens Leonidas Stergiou drängt Grejohn Kyei ab.
Viel einstecken musste im Cup-Halbfinale auf St.Galler Seite vor allem Miro Muheim.
Kein Tor in seinem Kasten: FCSG-Torhüter Lawrence Ati Zigi wehrte jeden Ball ab.

Geschafft! Das Team feiert den 1:0-Sieg gegen Servette.

Bild: Pascal Muller/Freshfocus

Ein «wilder Beginn» und eine «hochkarätige Halbzeit»

Die Newsplattform «Nau» berichtet von einer «hochkarätigen ersten Halbzeit», auch in der zweiten Halbzeit hätten sich die beiden Mannschaften eine «umkämpfte Partie» geliefert. Und schliesslich:

«Am Schluss ist dieser Geniestreich von Stillhart der goldene Treffer.»

Wie folgt beschreibt «20 Minuten» die Partie: «Nach dem wilden Beginn flachte die Partie ein wenig ab und war von Zweikämpfen und Fouls geprägt.» Und weiter: «Danach ging es aber wieder weiter mit Grosschancen-Vergeben.» Zum Weg in den Cupfinal heisst es: «In der Cupsaison 20/21 spielten die Espen bisher gross auf.» 1904 und 2000 holten sich die Espen den Schweizer-Meister-Titel.

«Vor allem für St.Gallen hätte ein Cupsieg fast schon eine historische Bedeutung.»

«Watson» fasst zusammen: «In der Meisterschaft in Schwierigkeiten, im Cup dagegen im Hoch: der FC St.Gallen erreicht erstmals seit 1998 den Cupfinal.» Sie schreiben: «Der Einzug in den Final ist hochverdient.» Die erste Halbzeit sei ein Spektakel gewesen. «Pünktlich zur zweiten Halbzeit machte die Kunst dem Kampf Platz. Servette, das seine Favoritenstellung nie rechtfertigen konnte, begann endlich zu dominieren. Aber in den letzten 20 Minuten gewannen die St.Galler eindeutig die Oberhand.»

Die Fans jubeln digital

Glückwünsche und Jubelrufe der Fans sind auf Twitter und Facebook zu lesen. «Ganz ein geiles Tor», heisst es im FCSG-Forum in der 83. Minute. Und in den letzten Minuten des Spiels ist zu lesen: «So jetzt bitte clever runterspielen, damit werden die Nerven von Tausenden Fans geschont.» Und: «Die Sekunden vergehen wie Minuten.» Und dann endlich die grosse Freude über den Einzug ins Cupfinal. Gleich darauf zeigen sich die Fans enttäuscht darüber, beim Final nicht im Stadion sein zu können.

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