PRÄVENTION: Zu passiv gegen Passivrauchen

Im Thurgau sind die Gemeinden dafür zuständig, den Schutz vor Passivrauchen durchzusetzen. Doch es gibt dafür keine Kontrollstelle. Jetzt werden die Gemeinden an ihre Pflicht erinnert.

Larissa Flammer
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Das Programm zur Tabakprävention im Kanton Thurgau ist grundsätzlich erfolgreich unterwegs. Das geht aus einer Evaluation des kantonalen Tabakpräventionsprogramms hervor. Eine «überwiegende Mehrheit der gesetzten Ziele» wurde gemäss Evaluation erreicht. Doch in Hinblick auf den Bereich Passivrauchschutz «konnten aufgrund der Aufgabenverteilung zwischen Kanton und Gemeinden bislang nicht die gewünschten Fortschritte gemacht werden». Passivrauchen ist auch das Thema einer aktuellen Einfachen Anfrage der Thurgauer EVP-Kantonsrätin Elisabeth Rickenbach. Sie erwähnt eine Studie, die zeigt, dass Gäste in Raucherlokalen unter den Folgen des Qualms leiden. «Im Thurgau und zehn weiteren Kantonen sind die Gesetze zum Schutz vor Passivrauchen vergleichsweise locker», schreibt sie und bittet den Regierungsrat um Antworten auf Fragen zu Tabakkonsum, Raucherlokalen und Präventionsmassnahmen.

Auftrag an das kantonale Gesundheitsamt

In seiner Antwort erklärt der Regierungsrat, dass im Thurgau die Gemeinden für den Vollzug der eidgenössischen Gesetzgebung zum Schutz vor Passivrauchen zuständig sind. Der Evaluationsbericht ortet in diesem Punkt «wesentliches Verbesserungspotenzial». Das Gesundheitsamt soll nun überprüfen, wie der Passivrauchschutz umgesetzt werde. In einem Papier sollen die Gemeinden auf ihre Zuständigkeiten hingewiesen werden. Das Papier soll vor den Sommerferien verschickt werden.

Das Thurgauer Tabakpräventionsprogramm startete 2014, die erste Staffel dauert noch bis Ende Jahr. Die zweite Staffel – die bis 2021 dauern soll – ist in Planung. Ein mit dem kantonalen Programm neu eingeführtes Projekt heisst «Tiryaki kukla» und richtet sich an Menschen aus der Türkei. Türkischsprachige Mitarbeiter gehen dabei in Vereine und Moscheen und sprechen über Rauchstopp. «Sehr erfolgreich» ist gemäss der kantonalen Tabakprävention das Projekt Freelance. Jugendliche entwerfen dabei zum Beispiel eine Plakatkampagne zum Thema Sucht.

Larissa Flammer

ostschweiz@tagblatt.ch