Prämienverbilligung: Selber nachprüfen kann sich lohnen

Für die Grundversicherung zahlen Arm und Reich – mit Unterschieden je nach Krankenkasse – gleich viel. Aber nicht allen fällt das Begleichen der Rechnung gleich leicht. Ob sie Anspruch auf Prämienverbilligung haben, können Versicherte auch selber überprüfen.

Sebastian Keller
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Im Jahr 2008 haben gemäss Bundesamt für Gesundheit 32 Prozent der Bevölkerung des Kantons St. Gallen eine Prämienverbilligung erhalten. Diese Individuelle Prämienverbilligung (IPV) soll für Versicherte, die über ein geringes Einkommen und ein tiefes Vermögen verfügen, den finanziellen Druck etwas mildern. Denn: für die Grundversorgung zahlen ein Millionär und ein Hilfsarbeiter gleich viel.

Die Beträge variieren stark – sie reichen von einigen Franken bis zur Übernahme der gesamten Prämie durch den Staat.

Im Jahr 2010 wird der Bund Fr. 255.60 pro Einwohner für Prämienverbilligungen aufwenden. Das entspricht gesamthaft gut zwei Milliarden Franken. Die Kantone zusammen bringen nochmals so viel auf.

Nicht für alle automatisch

Im Kanton St. Gallen ermittelt die Sozialversicherungsanstalt des Kantons (SVA St. Gallen) zusammen mit den Steuerbehörden der Gemeinden, wer Anspruch auf Prämienverbilligung hat. Diese «voraussichtlich anspruchsberechtigten Personen» erhalten bis Ende Januar ein Formular zugesandt, mit dem sie die IPV einfordern können. Einige Angaben zu Person, Familie und finanzieller Situation reichen.

Es gibt aber auch Umstände, bei denen die Ämter nicht von einer Berechtigung ausgehen und deshalb auch kein Formular schicken. Das ist beispielsweise der Fall, wenn jemand von einem Anstellungsverhältnis in ein Vollzeitstudium wechselt und entsprechend weniger verdient. In solchen Fällen gilt: Wenn das Formular nicht von Amtes wegen im Briefkasten liegt, muss der Versicherte selber aktiv werden und bei der SVA anklopfen. Massgeblich für die IPV 2010 ist das in der Steuerperiode 2008 ermittelte Einkommen.

Weiter entscheidend sind das Vermögen, Einzahlungen in die gebundene Selbstvorsorge und einige weitere finanzielle und familiäre Aspekte. Wer als Alleinstehender über 100 000 Franken auf dem Konto hat, kann sich das Ausfüllen ersparen – er bekommt nichts.

Den Anspruch prüfen

Wer grundsätzlich den Eindruck hat, er habe Anspruch auf Prämienverbilligung, kann dies leicht überprüfen – auf der Webseite der SVA finden sich die entsprechenden Angaben.

Wer sich auch mit dieser Hilfe nicht sicher ist, kann ab Februar das entsprechende Formular herunterladen oder es auf der Gemeinde abholen. Das ausgefüllte Formular ist der AHV-Zweigstelle der Wohngemeinde zu übergeben. Ab dann liegt der Ball bei den Ämtern.

Überweisung an Krankenkasse

Die Ämter prüfen den Antrag zusammen mit der Sozialversicherungsanstalt und senden dem Gesuchsteller eine Verfügung zu.

Hat jemand effektiv Anspruch auf IPV, überweist die SVA den Betrag, um den die Prämie verbilligt wird, direkt an die Krankenkasse. Diese schreibt den Betrag den folgenden Prämienrechnungen gut. Ein allfälliger Anspruch erlischt im Kanton St. Gallen spätestens am 31. Dezember 2010.

Infos unter www.svasg.ch

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