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Prachtvolle Gewänder und Gärten auf dem Arenenberg

Im Napoleonmuseum und im Park Arenenberg wurde die Sonderausstellung «Mode und Gärten − eine verwobene Geschichte» eröffnet. Sie bietet Einblicke in den Geist und die Seele der Couturekunst.
Margrith Pfister-Kübler
Ein von Nathalie Harran (links) nachgeschneidertes Kleid der Fürstin Pauline von Metternich. Rechts: Christina Egli. (Bild: Margrith Pfister-Kübler

Ein von Nathalie Harran (links) nachgeschneidertes Kleid der Fürstin Pauline von Metternich. Rechts: Christina Egli. (Bild: Margrith Pfister-Kübler

Der Schrecken war Museumsdirektor Dominik Gügel und der Leiterin Wissenschaft und Forschung Christina Egli bei der Eröffnung der Sonderausstellung am Freitag noch anzusehen. Der Aufbau der Ausstellung musste unter enormem Zeitdruck realisiert werden. Der Grund: Zollformalitäten. Die Französin Nathalie Harran, Kostümhistorikerin, hat für diese Ausstellung 21 unterschiedliche Kostüme nach historischen Vorbildern geschneidert. 19 Kostüme für Menschen der gehobenen Klasse, zwei historische Kleidungen für das Gärtnerehepaar.

Unterschrift und Stempel fehlten

«Tout bien», dachte Nathalie Harran auf der Fahrt mit der kostbaren Fracht nach Salenstein. Doch sie kam am Montagvormittag nur bis zur Zollstation Konstanz-Kreuzlingen. Von dort telefonierte sie: «Wir sind am Zoll und müssen zurück nach Strassburg. Uns fehlt eine Unterschrift und ein Stempel.» Dem Zöllner habe es leidgetan, aber da seien die Hürden mit den Versicherungssummen für die Kostüme. Da nützte auch modernste Technik nichts, Stempel und Unterschrift mussten im Original her. So blieben für den Aufbau nur noch vier Tage. «Turbo», lachte das Museumsteam.

Dieses Zwischenspiel gab Einblick, welche Turbulenzen hinter einer perfekten Ausstellung stehen können. Doch jetzt ist alles «Tout bien, même très bien». Besucher können nun eine Zeitreise durch die Modewelt und Gartenstile der vergangenen 600 Jahre geniessen. 22 Exponate zeigen durch Details und Accessoires, wie der Gartenbau die Mode inspiriert hat.

Nur noch mit Führungen

«Wir bieten das Museumserlebnis nur noch mit festen Führungen», sagte Direktor Dominik Gügel. Wie ergreifend und begreifend solche Themenführungen − vom Mittelalter bis in die Belle Epoque − sind, dies zeigte der Rundgang: ein faszinierendes stilistisches und historisches Mosaik, auch für Kinder. Da wachsen neue Erkenntnisse für vielfältige Blickwinkel, für Stickereien, edle Stoffe oder Knöpfe mit Brillanten. Einst wurden sogar echte Vögel ausgestopft für die Hutdekoration. Und in den eleganten Kleidern wurden am Hintern noch Kissen reingestopft, ein falscher Po. «Heute muss es flach sein», lachte eine junge Frau. Auch Jugendstilschmuck ist in die Ausstellung integriert.

Christina Egli, ihr verlieh der französische Präsident Emmanuel Macron als bisher einziger Thurgauerin den Orden der Ehrenlegion, hat für sich auch ein historisches Gewand in «bleu» nähen lassen. «Ich war froh, als ich wieder in meinen Jeans steckte», so Egli. Und kommt Präsident Macron für die Ordensverleihung in den Arenenberg? «Eher nicht, aber der Orden wird demnächst hier im Arenenberg übergeben», bestätigt sie die ihr erwiesene hohe Ehre.

Hinweis: Nächste Kuratorenführung durch die Sonderausstellung: Dienstag, 14. Mai, 18.30 Uhr Apéro, 19 Uhr Beginn der Führung, Dauer: zirka 90 Minuten. Anmeldung wird empfohlen.

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