Tod am Steuer in Flums: Postauto-Chauffeure müssen zum Gesundheitscheck

Am Donnerstagmorgen ist auf der Bergheimstrasse ein 61-jähriger Postauto-Chauffeur während der Fahrt zusammengebrochen und später verstorben. Die Passagiere blieben unverletzt.

Meret Bannwart
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Der Bus kam im Strassenbord zum Stillstand. (Bild: Kapo SG)

Der Bus kam im Strassenbord zum Stillstand. (Bild: Kapo SG)

Am frühen Donnerstagmorgen verlor ein Postauto-Chauffeur während der Fahrt nach Flums das Bewusstsein und sackte zusammen. Darauf schlitterte der Bus an einer Leitplanke entlang und kam schliesslich in einem Strassenbord zum Stillstand. Trotz des Einsatzes der Rettungskräfte verstarb der 61-jährige Fahrer noch an der Unfallstelle. Die beiden Passagiere überstanden den Unfall unverletzt. Gemäss der Medienstelle von Postauto Schweiz hat der Chauffeur einen Herzinfarkt erlitten.

Chauffeure werden 
gesundheitlich abgeklärt

«Wenn die Chauffeure bei uns beginnen, gibt es umfängliche Gesundheitschecks, die weitergehen als die gesetzlichen Standards es vorschreiben», sagt Benjamin Küchler, Sprecher der Medienstelle Postauto. Alle fünf Jahre werde dann ein erneuter Gesundheitscheck durchgeführt, bei den 50 bis 65-jährigen Chauffeusen und Chauffeuren sogar alle drei Jahre. Der Chauffeur, der in den Unfall in Flums verwickelt war, sei 61 Jahre alt gewesen und deswegen alle drei Jahre gesundheitlich abgeklärt worden. Trotzdem kann es laut Küchler zu unglücklichen Zufällen kommen. Den Herzinfarkt des Mitarbeiters während der Fahrt konnte man nicht vorhersehen. Doch nicht nur die Fahrer werden regelmässig untersucht. «Auch die Fahrzeuge
erfüllen alle gängigen Sicherheitsstandards. Ausserdem werden sie jeden morgen geprüft», sagt Küchler.

Anweisungen für
den Notfall

Anfang Februar 2017 kam es zu einem Unfall in der Stadt St. Gallen, nachdem es einem 60-jährigen Postauto-Fahrer schwarz vor Augen geworden war. Bei dem Unfall wurden sieben Personen leicht verletzt und mussten ins Spital gebracht werden.

Falls es einem Fahrer oder einer Fahrerin schwarz vor Augen werde oder es ihm nicht gut gehe, sei er dazu angeleitet, so schnell wie möglich an den Rand zu fahren, anzuhalten und ein Pannendreieck aufzustellen, sagt Küchler. Dies sei jedoch in einem extremen Fall, wie diesem in Flums, leider nicht möglich. Eine Notbremse, wie in Zügen, könne in den Bussen nicht realisiert werden. Die Fahrt der Busse führe nicht über Schienen und daher könne ein abrupter Halt auch zusätzliche Risiken für den Verkehr darstellen. Auch Fahrassistenten, wie man sie aus grossen Reisebussen kennt, sind für die Postautos zurzeit noch keine Option. «Die Postautos fahren nicht auf Autobahnen, sondern müssen unteranderem enge Kurven in den Bergen passieren können. Dazu sind die Fahrassistenten noch nicht konzipiert», sagt Mediensprecher Küchler.

Nur selten verursache ein Postauto-Chauffeur einen Selbstunfall. Im letzten Jahr sei es in der Ostschweiz gerade einmal zu fünf solchen Selbstunfällen der Postautos gekommen. «Es waren alles Bagatellen, es kam zu Blechschaden oder zu leicht Verletzten. Der Vorfall in Flums ist für uns eine absolute Ausnahme», so Benjamin Küchler.

Postauto in Kontakt 
mit Hinterbliebenen

«Wir sind wahnsinnig betroffen», sagt der Sprecher der Medienstelle von Postauto Schweiz. Der Chauffeur arbeitete 29 Jahre lang für das Unternehmen. Man sei aber auch sehr froh, dass den beiden Passagieren nichts passiert ist. «Mit der Familie des Verstorbenen haben wir Kontakt aufgenommen und gefragt, wie wir helfen können», sagt Benjamin Küchler weiter. Weitere Details dazu könne er nicht öffentlich machen.