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POSTAUTO: Private Postautohalter fahren weiter

Über die Hälfte der Ostschweizer Postautolinien werden von privaten Unternehmen betrieben. Der Präsident ihres Ostschweizer Verbandes sieht einen gewissen Vertrauensverlust. Die Zusammenarbeit mit der Postauto Ostschweiz sei aber ungetrübt.
Private Postautohalter bestreiten in der Ostschweiz 76 Linien. (Bild: Donato Caspari (Alterswilen, 27. Mai 2015))

Private Postautohalter bestreiten in der Ostschweiz 76 Linien. (Bild: Donato Caspari (Alterswilen, 27. Mai 2015))

Dies ist ein Artikel der «Ostschweiz am Sonntag». Die ganze Ausgabe lesen Sie hier: <strong style="margin: 0px; padding: 0px; vertical-align: baseline; border: none; outline: 0px; background: transparent;"><em style="margin: 0px; padding: 0px; vertical-align: baseline; border: none; outline: 0px; background: transparent;">www.tagblatt.ch/epaper</em></strong>

Bei manchen Passagieren hört Urs Schmidt in den letzten Tagen schon einen gewissen Unterton. «Aber meist sind es eher ­scherzhafte Sprüche.» Denn die ­Fahrgäste in seinen Postautos könnten durchaus differenzieren ­zwischen den Nachrichten vom Bschiss an der Postautospitze und der Arbeit an der Basis. «Und wir müssen unseren Job weiter- machen, denn die Fahrgäste und die Besteller, also Kantone und Gemeinden, haben nichts falsch gemacht.»

Postautohalter aus Tradition

Urs Schmidt auch nicht. Zwar steuert er immer noch regelmässig ein Postauto zwischen Gossau und Wil, Bischofszell und ­Degersheim. Doch er ist kein Angestellter der Postauto AG: Urs Schmidt ist Unternehmer. Die 19 gelben Busse seiner Firma fahren acht Linien im Fürstenland. «Mein Vater fuhr schon Linien zwischen Jonschwil, Wil und Uzwil», sagt Schmidt. Dass sein wichtigster Kunde, die Postauto AG, sich mit Buchhaltungstricks rund 78 Millionen Franken an Subventionen erschlich, hat er erst vom Regionalleiter Ost der Postauto AG erfahren, nur kurz vor den Medien. «Damit hätte ich nicht gerechnet», sagt Schmidt.

Postautounternehmer wie die Oberbürer Schmidt AG gibt es schweizweit rund 150. In der Ostschweiz fahren sie laut der Postauto AG 76 Linien, rund 55 Prozent der Verkehrsleistung in der Region. Doch ihre Zahl ist in den letzten Jahren zurückgegangen. Bus-CH, der nationale Verband der privaten Postautobetriebe, schlug vergangene Woche Alarm: Während die Postauto AG Bund und Kantonen zu hohe Rechnungen stellte, habe sie bei den Privaten alles getan, um die Preise zu drücken. Auch deshalb sei die Zahl der Privaten zurückgegangen: von 170 auf 150 in nur fünf Jahren.

Welche Linien die einzelnen Unternehmer fahren, vereinbart Postauto Ostschweiz vertraglich mit den Unternehmern. Oft sind das mehrjährige Verträge, regelmässig werden die Kosten angepasst. Einen gewissen Druck seitens der Post gebe es dabei schon, sagt Urs Schmidt, Präsident der Ostschweizer Sektion des Verbandes. Für das Verschwinden von privaten Unternehmern gebe es aber auch andere wichtigere Gründe. Kleinere Betriebe schliessen sich zusammen. «Und manche Unternehmen haben sich auch nicht rechtzeitig um die Nachfolge gekümmert.» Oft ­gehen diese Unternehmen «in Regie» – sie werden Teil der Postauto AG.

Das sagt auch die Post selber. «Die Zahl der Betriebe hat abgenommen, weil viele ganz kleine Betriebe im Zuge von Nachfolgeregelungen aufgehört haben oder in andere Postautounternehmen oder Postauto-eigene Unternehmen integriert wurden», sagt François Furer, Mediensprecher der Post. Private Unternehmer übernähmen aber immer noch gleich viele Leistungen. Ob ein Betrieb übernommen werde, hänge von betriebswirtschaftlichen wie betrieblichen Gesichtspunkten ab, sagt Furer. Die Postauto AG habe «keine Präferenzen für die eine oder andere Betriebsform».

Vertrauen in Postauto Ostschweiz hält

Urs Schmidt und seine 19 Postautos fahren weiter, trotz der Betrügereien der Postauto AG. «Für eine Stärkung des Vertrauens sorgen diese Ereignisse nicht», sagt er. Aber das geschah in Bern, beim Management. «Mit ihnen haben wir eigentlich nichts zu tun.» Ansprechpartner der Ostschweizer Postautounternehmer sei die Postauto Ostschweiz. «Und mit ihnen ist das Vertrauensverhältnis intakt. Wir sitzen im gleichen Boot.»

Kaspar Enz

kaspar.enz@ostschweiz-am-sonntag.ch

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