Post vom Mond: Ein Wiler Auktionär besitzt Briefe, die auf dem Mond waren

Zum Mond und wieder zurück: Der Auktionär Peter Rapp ist Besitzer von Briefen, die mit den Apollo-Missionen auf dem Mond waren. Doch die Mondbriefe haben auch eine dunkle Vergangenheit.

David Grob
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Unterschrieben und auf dem Mond abgestempelt: Peter Rapp mit seinen zwei Mondbriefen. (Bild: PD)

Unterschrieben und auf dem Mond abgestempelt: Peter Rapp mit seinen zwei Mondbriefen. (Bild: PD)

Wer kann schon von sich behaupten, Post aus dem Weltall erhalten zu haben? Peter Rapp kann das. Der Wiler Eigentümer des nach ihm benannten Auktionshauses besitzt zwei Briefe, die auf dem Mond waren, wie einer Medienmitteilung anlässlich des 50-Jahr-Jubiläums der Mondlandung zu entnehmen ist.

Das Communiqué überschlägt sich mit Superlativen, Wortspielen und sprachlichen Neuschöpfungen. «Mondbriefe erreichen an Auktionen astronomisch hohe Preise», heisst es beispielsweise. Und sie seien «grosse Raritäten der Weltraumphilatelie».

Doch wie sind die Briefe überhaupt auf den Mond gekommen? Und wie sind sie in den Besitz eines Wiler Auktionärs gelangt, der mit Briefmarken, Schmuck und Uhren handelt. Die Antwort ist simpel: Astronauten hatten die Briefe mit auf den Mond genommen – allerdings erst ab der zweiten bemannten Mondlandung. Neill Armstrong, Buzz Aldrin und Michael Collins arbeiteten somit nicht als nebenamtliche Weltraumbriefträger.

Ein langer Weg zu den Briefen vom Mond

Wie viele seiner Generation sass Peter Rapp am 20.Juli 1969 vor dem Bildschirm und verfolgte das erste globale Fernsehereignis. Bereits damals war Rapp fasziniert von Briefmarken und verdiente bald sein erstes Geld mit dem Handel von Briefmarken. Mit zunehmendem Erfolg in seiner späteren Karriere stieg auch Rapps Interesse an den kosmischen Briefen. Er sagt:

«Ich wollte unbedingt Briefe besitzen, die nachweislich auf dem Mond waren.»

Das Communiqué schildert seinen Weg zu den Briefmarken als hart und beschwerlich: «Etliche Jahre» habe Rapp mit der Recherche verbracht und «viele Gespräche» mit Weltraumsammlern» geführt. Schliesslich wurde sein Traum Realität und Rapp Besitzer zweier Mondbriefe. Es handelt sich um Post von der zweiten und der fünften Mondmission – mit Unterschriften der Astronauten.

Die dunkle Seite der Briefe

Wo Nachfrage herrscht, wächst auch schnell das Angebot – und lässt kriminelle Energie entstehen. Ein deutscher Briefmarkenhändler schlug den Astronauten der «Apollo 15» vor, Briefe und Briefmarken mit ins All zu nehmen, um sie später zu verkaufen. So gelangten rund 400 ungenehmigte Brief mit an Bord, die nach der Landung als Sammlerstücke gehandelt wurden. Astronauten war es gestattet, einige persönliche Gegenstände mit auf den Raumflug mitzunehmen, jedoch nicht, diese weiterzuverkaufen.

Die Nasa schloss die drei Astronauten von weiteren Apollo-Missionen aus. Der Skandal ging als Briefmarkenaffäre von «Apollo 15» in die Geschichte ein. Rapps Brief der «Apollo 15»-Mission sei hingegen, so die Medienmitteilung, einer der genehmigten Briefe. «Der Brief wurde von den Astronauten unterschrieben und offiziell nach der Reise auf dem Mond auf der Basis abgestempelt», sagt Rapp. Die beiden Briefe werden am 20. August anlässlich eines Expertentages im Auktionshaus Rapp in Wil ausgestellt.