Polizisten gelten als Freiwild

Polizisten werden immer häufiger Opfer von Gewalt. Im Kanton St. Gallen ist die Zahl der Übergriffe auf Polizeibeamte stark angestiegen.

Michel Burtscher
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Auch gewöhnliche Patrouillen können bedroht werden: Ostschweizer Polizisten werden immer häufiger Opfer von Gewalt. (Bild: pd)

Auch gewöhnliche Patrouillen können bedroht werden: Ostschweizer Polizisten werden immer häufiger Opfer von Gewalt. (Bild: pd)

Der Verband Schweizerischer Polizeibeamten schlägt Alarm: Seit Anfang des Jahres seien schon mehrfach Polizistinnen und Polizisten «hinterlistig angegriffen und während der Ausübung ihrer Arbeit verletzt» worden. Eine Umfrage bei den Ostschweizer Kantonspolizeien zeigt: Dieser Anstieg betrifft auch hiesige Polizeibeamte.

«Die Zahl der Anzeigen wegen Drohungen und Gewalt gegen Beamte nimmt zu», sagt Gian Andrea Rezzoli, Mediensprecher der Kantonspolizei St. Gallen. Zwar liegen noch keine Zahlen zum Jahr 2015 vor, doch die Statistik der vergangenen Jahre zeigt einen deutlichen Trend: Wurden im Jahr 2006 noch 55 Fälle von Gewalt und Drohungen gegen Beamte gemeldet, waren es 2014 schon 124 Fälle. Auch im Thurgau registriert man einen Anstieg: «Es kommt vermehrt zu Aggressionen gegenüber der Polizei», sagt Andy Theler, Mediensprecher der Kantonspolizei Thurgau. Der Respekt gegenüber den Ordnungshütern habe abgenommen, es gebe nicht nur mehr Gewalt, sondern auch mehr Beleidigungen und Beschimpfungen.

Immerhin ein Aspekt gibt Hoffnung: Die meisten Delikte gegen Polizeibeamte werden aufgeklärt.

Mehr zum Thema in der Ostschweiz am Sonntag vom 31. Januar.

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