Polizeikommandant Zanga: Grosse Brocken, dicke Haut

Der oberste St.Galler Polizist präsidiert für drei Jahre das Ostschweizer Polizeikonkordat. Ein Job, der zu ihm passt. 

Andri Rostetter
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Nüchterner Staatsdiener: Bruno Zanga, Kommandant der Kantonspolizei St.Gallen. (Bild: Samuel Schalch)

Nüchterner Staatsdiener: Bruno Zanga, Kommandant der Kantonspolizei St.Gallen. (Bild: Samuel Schalch)

Nicht viel hat gefehlt, und aus Bruno Zanga wäre ein Banker geworden. Aber es zog ihn in den Staatsdienst. 1992 schloss er sein Jus-Studium in Zürich mit Doktorat ab und ging zu einer Grossbank.

Ein Jahr später kehrte er in die Ostschweiz zurück und wurde stellvertretender Leiter der Fremdenpolizei, wie das Migrationsamt damals hiess. 1997 übernahm Zanga die Leitung des Amtes. Schengen-Dublin, biometrischer Pass, Integration der Asylbetreuung stehen dort auf Zangas Aufgabenliste. Grosse Brocken, komplex und politisch heikel.

Aber Zanga ist keiner, der davonläuft. Bis 2011 bleibt er im Amt, dann bewirbt er sich für den freiwerdenden Posten als Kommandant der Kantonspolizei. Mehr Personal, mehr Verantwortung, das reizt den Tübacher mit Jahrgang 1962, dessen Grossvater aus Norditalien eingewandert ist. Zanga bekommt den Posten, seinem Ruf als dossierfester, nüchterner Staatsdiener mit dicker Haut bleibt er treu.

Wie fest er im Sattel sitzt, zeigt sich 2016, als in Unterwasser 6000 Rechtsextreme aufmarschieren. Die Polizei setzt auf Deeskalation und schaut zu. Prompt fordert die SP Zanga zum Rücktritt auf. Der Aufruf verpufft im Nichts, sogar SP-Regierungsrat Fredy Fässler verteidigt Zanga vehement.

Jetzt präsidiert Zanga für drei Jahre das Ostschweizer Polizeikondordat. Er wird damit oberster Fürsprecher der Ostschweizer Polizeikorps von Graubünden über Glarus bis Schaffhausen im Vorstand der Konferenz der kantonalen Polizeikommandanten der Schweiz. Mehr Wirkung, mehr Verantwortung. Wie es zu Zanga passt.