Polizeieinsatz in St.Gallen: FCSG-Fangruppierung «Saint Brothers» feiert Jubiläum mit Feuerwerk am Bohl 

Die «Saint Brothers» haben am frühen Samstagmorgen mitten in der St.Galler Altstadt verbotenerweise Feuerwerk gezündet. Es ist nicht das erste Mal, dass die FCSG-Fangruppierung ihr Jubiläum mit Feuerwerk oder Pyros feiert. Und damit für Aufsehen sorgt. 

Rossella Blattmann
Drucken
Teilen
 Am frühen Samstagmorgen waren hinter der Kathedrale Rauchschwaden zu sehen. Die «Saint Brothers» hatten beim Bohl ihr Zehnjähriges erneut mit Feuerwerk gefeiert. (Bild: Leserreporter, 2. November 2019)

 Am frühen Samstagmorgen waren hinter der Kathedrale Rauchschwaden zu sehen. Die «Saint Brothers» hatten beim Bohl ihr Zehnjähriges erneut mit Feuerwerk gefeiert. (Bild: Leserreporter, 2. November 2019)

In der Nacht vom 1. auf den 2. November haben Anhänger der FCSG-Fangruppierung  «Saint Brothers» in der St.Galler Altstadt Feuerwerk gezündet.

Mitten in der Nacht zogen Rauchschwaden über den Stiftsbezirk. Der Rauch war von weitem zu sehen. Ein Anwohner, der in der Nähe des Klosterplatzes wohnt,  sagt am Samstag gegenüber «Tagblatt Online»:

«Ich dachte, das brennt ja gleich.»

Nach etwa zwei Minuten sei alles wieder vorbei gewesen. Es sei viel Rauch zurück geblieben.

100 Anhänger feiern mit Feuerwerk beim Bohl

Klaus-Dieter Mennel, Mediensprecher der Stadtpolizei St.Gallen. (Bild: PD)

Klaus-Dieter Mennel, Mediensprecher der Stadtpolizei St.Gallen. (Bild: PD)

Es habe sich um eine einmalige Sache gehandelt, sagt Klaus-Dieter Mennel, Mediensprecher der Stadtpolizei St.Gallen, auf Anfrage. Gegen 2 Uhr früh sei bei der Stadtpolizei eine Meldung wegen des Lärms eingegangen. Etwa 100 Personen hätten gefeiert und beim Bohl zwei Feuerwerkbatterien mit mehreren Feuerwerkskörpern gezündet. Mennel sagt:

«Die FC St.Gallen-Fangruppierung ‹Saint Brothers› hat ihr 10-jähriges Jubiläum gefeiert, und dabei Feuerwerk gezündet.»

Als die Stadtpolizei eintraf, war es laut Mennel bereits wieder ruhig und die Stimmung friedlich. Schäden wegen des Feuerwerks habe es keine gegeben.

Anzeige nur gegen Einzelpersonen

Bislang habe die Stadtpolizei noch keine Anzeige erstattet, so Mennel. «Die Polizei kann keine Gruppe anzeigen, das geht nur bei Einzelpersonen.» Die Stadtpolizei sei mit den Abklärungen der genaueren Umstände beschäftigt.

Der Stapo-Sprecher ergänzt:

«Feuerwerk ohne Bewilligung ist in der St.Galler Altstadt strengstens verboten.» 

Das Abbrennen von Feuerwerk sei nur am 1. August und an Silvester ohne Bewilligung gestattet.

Choreo-Verbot nach Pyro-Show im Espenblock 

Dies ist nicht das erste Mal, dass die «Saint Brothers» negativ auffallen. Beim 3:1-Sieg des FC St.Gallen gegen Servette am Samstag, 21. September, hatten St.Galler Anhänger den zehnten Geburtstag der «Saint Brothers» mit einer Pyroshow gefeiert. 

Daraufhin hatte die Stadtpolizei St.Gallen dem FC St.Gallen neue Sicherheitsmassnahmen auferlegt. Unter anderem hatte die Stadtpolizei für das Heimspiel gegen den FC Thun am Samstag, 28. September, ein Fahnen- und Choreo-Verbot im Sektor D, dem Espenblock, erlassen. 

Nach dem Choreo-Verbot durch die St.Galler Stadtpolizei hatte ein Teil der Fans vor dem Spiel gegen Thun zum Stimmungsboykott aufgerufen. Nach dem Spiel gegen Thun wurde das Verbot wieder aufgehoben.

Spiel am Samstagabend gegen Sion  

Am Samstagabend spielt der FC St.Gallen im Kybunpark gegen Sion. Wie sich die «Saint Brothers»-Anhänger nach den neusten Ereignissen in der St.Galler Altstadt verhalten werden, bleibt abzuwarten. 

Kommentar

Pyroexzess im Espenblock: Die Fans sitzen am kürzeren Hebel

Es ist ein Tanz auf dem Vulkan: Mit Pyroaktionen wie am vergangenen Samstag im Kybunpark setzen einige wenige Anhänger des FC St.Gallen aufs Spiel, was ihnen am Wichtigsten ist: die Fankultur. Sollten sich Fussballclubs und Politik irgendwann entscheiden, konsequent durchzugreifen, droht der Fankultur in der Schweiz das Ende.
Patricia Loher