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POLIZEIEINSATZ: Hobbykoch vergisst Koffer mit Messern - Zug in Rorschach evakuiert

Aufregung am späteren Dienstagabend am Bahnhof Rorschach: Rund 50 Passagiere mussten auf Geheiss der St.Galler Kantonspolizei einen Zug verlassen. Auslöser: ein Koffer, der mit "Achtung, gefährlich - Waffe" beschriftet war. Für Aufklärung konnte schliesslich der Besitzer des Koffers sorgen, dem jetzt finanzielle Konsequenzen drohen.
Daniel Walt
Die rund 50 Passagiere mussten den Zug verlassen und umsteigen. (Bild: Kapo SG)

Die rund 50 Passagiere mussten den Zug verlassen und umsteigen. (Bild: Kapo SG)

Es waren filmreife Szenen, die sich am Dienstagabend kurz nach 21 Uhr am Bahnhof in Rorschach abspielten. Soeben war der Regionalexpress Chur - St.Gallen eingefahren. Plötzlich stiegen Beamte der St.Galler Kantonspolizei St.Gallen zu und besprachen sich mit dem Lokführer. Dieser forderte die Passagiere in der Folge per Durchsage auf, auszusteigen - die Polizei hatte wegen eines verdächtigen Koffers die Evakuierung des Zuges angeordnet.

Passagier schlug Alarm

"Der Koffer befand sich verlassen auf einem Sitz am Fenster im zweiten Wagen der Zugskomposition", erklärt Hanspeter Krüsi, Chef Kommunikation der St.Galler Kantonspolizei. Auf dem Koffer prangte die Aufschrift "Achtung, gefährlich - Waffe". Zudem befanden sich Sprengsymbole und eine Telefonnummer darauf. Auf der Höhe von Heerbrugg hatte ein Passagier den herrenlosen Koffer entdeckt und die Polizei alarmiert. Diese entschied sich in der Folge aufgrund der unklaren Sachlage - Stichwort möglicher Anschlag -, den Zug in Rorschach sicherheitshalber zu evakuieren.

Besitzer angerufen

Die rund 50 Passagiere verliessen in der Folge den Zug und mussten umsteigen, während Polizisten den Zug durchsuchten und verschlossen. "Das Ganze ging sehr ruhig über die Bühne", erklärt Hanspeter Krüsi.

Derweil wählte die Polizei die Telefonnummer auf dem Koffer an - und prompt nahm jemand ab, und zwar ein im Kanton Graubünden wohnhafter Mann. Er behauptete, der Koffer gehöre ihm, es befänden sich Messer drin. Er habe den Koffer beim Aussteigen in Landquart vergessen.

Besitzer holt Koffer selber aus dem Zug

Weil vorerst unklar war, ob der Mann die Wahrheit gesagt hatte, gab es für die Beamten mehrere Optionen. "Wir hätten den Koffer mit Spezialisten aus dem Zug holen können", erklärt Hanspeter Krüsi. Man habe sich aber dazu entschlossen, den Mann an dessen Wohnort abzuholen. Als der Kofferbesitzer zwei Stunden später in Rorschach angekommen war, schickte ihn die Polizei in den Zug, damit er das Gepäckstück herausholen konnte. Der Mann tat, wie ihm geheissen, präsentierte der Polizei seinen Koffer, öffnete ihn - und darin befanden sich tatsächlich Küchenmesser.

"Der Mann gab an, hobbymässig zu kochen. Er habe den Koffer einem Kollegen ausgeliehen gehabt und ihn am Dienstagabend in Chur wieder in Empfang genommen", erklärt Krüsi. Weil der Hobbykoch noch anderes Gepäck dabei gehabt habe, habe er bis zum Anruf der Polizei gar nicht bemerkt, dass er den Koffer beim Aussteigen in Landquart vergessen habe. Der Mann hatte den Koffer nach eigenen Angaben mit den Gefahrenwarnungen versehen, damit seine Kinder das Gepäckstück nicht öffneten.

Wird der Mann zur Kasse gebeten?

"Der Mann zeigte sich von Anfang an kooperativ", erklärt Hanspeter Krüsi weiter. Gegen 23.30 Uhr war der ganze Spuk am Bahnhof Rorschach dann vorbei. Ob die Sache für den Hobbykoch aber schon komplett ausgestanden ist, ist derzeit noch unklar. Ob das Verhalten des Mannes strafrechtlich relevant sei, sei im Moment noch unklar, sagt Hanspeter Krüsi. Es werde nun ein Rapport zuhanden der Staatsanwaltschaft erstellt. Befindet diese den Mann eines Straftatbestandes für schuldig – zum Beispiel Schreckung der Bevölkerung oder Störung des Eisenbahnverkehrs -, erwägt die Kantonspolizei die Weiterverrechnung der Kosten für ihren Einsatz. "Das können durchaus einige hundert Franken sein", sagt Sprecher Krüsi.

Zudem prüfen auch die SBB, ob sie den Mann für ihre zusätzlichen Kosten finanziell belangen werden - Sprecher Christian Ginsig: "Ein solcher Vorfall kann schnell Kosten von einigen tausend Franken auslösen."

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