Polizei warnt vor Trickdieben

Die Zahl der Taschen- und Trickdiebstähle hat in diesem Jahr im Kanton St. Gallen stark zugenommen. Besonders im Gedränge sind die Täter gerne aktiv. Die Polizei gibt Tips.

Yvonne Bugmann
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Im weihnachtlichen Gedränge ist besondere Vorsicht geboten: Taschendiebe sind schlau und schnell. (Bild: ky/Jochen Zick)

Im weihnachtlichen Gedränge ist besondere Vorsicht geboten: Taschendiebe sind schlau und schnell. (Bild: ky/Jochen Zick)

st. gallen. Ein Mann fragt einen Passanten, ob er ihm Geld wechseln könne, er habe kein Münz für die Parkuhr. Hilfsbereit zückt der andere sein Portemonnaie – und im nächsten Moment greift der Täter blitzschnell ins Notenfach und verschwindet mit dem Geld. Ein typischer Fall von Trickdiebstahl. Wurden der St. Galler Kantonspolizei 2009 noch 92 solcher Fälle gemeldet, sind es in diesem Jahr bereits 185, also doppelt so viele.

«Die Täter verfügen oft über eine grosse Fingerfertigkeit», sagt Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der Kantonspolizei.

Täter werden kaum erwischt

Auch die Taschendiebstähle haben 2010 zugenommen. «Es hat mehr Täter», erklärt Krüsi. Und diese stammten – Männer wie Frauen jeglichen Alters – vor allem aus Osteuropa. Sie zu erwischen ist schwierig: Sie arbeiten sehr professionell. Während eine Person ein Opfer beklaut, verdeckt ein Komplize die Sicht auf das Opfer.

Ist das Portemonnaie entwendet, wechselt es blitzschnell den Besitzer. Zudem sei es schwierig, mit den Behörden in den Herkunftsländern der Täter, etwa in der Ukraine oder Russland, zusammenzuarbeiten, sagt Krüsi. Die Täter setzten sich nach den Diebstählen schleunigst ins Ausland ab. Hängt die Zunahme der Täter mit der Personenfreizügigkeit zusammen? Dazu will sich Krüsi nicht äussern. Er stellt nur fest: «Die Geschwindigkeit von Ost nach West ist schneller geworden.»

Im Gedränge aufpassen

Die Polizei rät im weihnachtlichen Gedränge zu besonderer Vorsicht: Passanten sollen sich nicht schubsen, bedrängen oder ablenken lassen. Opfer sind oft Männer, die ihr Portemonnaie in der Gesässtasche tragen. Krüsi empfiehlt, das Geld in der vorderen Hosentasche oder in einer Bauchtasche eng am Körper zu verstauen.

Frauen sollten ihre Handtasche nicht unbeaufsichtigt im Einkaufswagen lassen und beim Kleiderkauf Tasche wie Geldbeutel – auch bei der Anprobe – im Auge behalten und die Handtasche später wieder in die Hand nehmen oder unter den Arm klemmen. Laut Polizei halten sich die Diebe gerne im Gedränge um Rolltreppen, beim Einsteigen in öffentliche Verkehrsmittel oder in Bahn und Bus auf. Sie mahnt die Bevölkerung mit Plakaten.

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