Polizei verhaftet elf Männer nach Tumult in Asylzentrum

Elf Asylbewerber aus Nordafrika haben im Empfangs- und Verfahrenszentrum Altstätten randaliert. Eine Spezialeinheit der Polizei nahm sie fest; heute werden sie im Schnellverfahren verurteilt.

Christa Kamm-Sager
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ALTSTÄTTEN. Zwei Tunesier kehrten am Donnerstagabend zu spät ins Empfangs- und Verfahrenszentrum zurück. Der Sicherheitsdienst stellte fest, dass sie neue Schuhe bei sich trugen. In der Eingangsschleuse fiel die routinemässige Untersuchung deshalb etwas eingehender aus, wie Hans Peter Eugster, Mediensprecher der Kantonspolizei, sagt. Als andere Asylbewerber sahen, dass die zwei späten Rückkehrer genauestens untersucht wurden, fingen sie an, in grosser Aggression mit Stühlen die Verglasung zwischen Wohntrakt und Eingangsschleuse einzuschlagen, wie es in einer Mitteilung der Kantonspolizei heisst. Dabei gingen drei Stühle sowie das Sicherheitsglas in Brüche.

Im Schlafraum verschanzt

«Die Landsleute haben sich miteinander solidarisiert», erklärt Eugster dieses Verhalten. Die internen Sicherheitsleute verständigten daraufhin die Polizei. «Bis die Polizei eintraf, gab es für die Angestellten im Asylzentrum ein paar ungemütliche Minuten.»

Bei Eintreffen der Polizei verschanzten sich die Männer aus Nordafrika schliesslich in ihrem Schlafraum. Die Interventionseinheit der Kantonspolizei musste sie herausholen. «Bei solchen unberechenbaren Vorfällen wird diese speziell ausgebildete Einheit der Polizei aufgeboten, um die Gefährdung der Polizisten möglichst gering zu halten», sagt Hans Peter Eugster. Neben der sieben Mann starken Interventionseinheit standen insgesamt etwa 45 Angehörige der Polizei, der Grenzwache, der Staatsanwaltschaft, des internen Sicherheitsdienstes und der Ambulanz sowie drei Polizeihunde im Einsatz. Unter den Männern im Empfangs- und Verfahrenszentrum Altstätten sei schon die ganze Woche eine aggressive Stimmung zu spüren gewesen, wie Hans Peter Eugster von Angestellten des Zentrums erfahren hat.

Einfluss auf die Asylverfahren

Die elf beteiligten Männer im Alter von 18 bis 32 Jahren aus Tunesien, Marokko und Libyen, werden im Laufe des Freitags durch die Staatsanwaltschaft St. Gallen in einem Schnellverfahren verurteilt. Dabei werde jeder Beteiligte bereits im Laufe des Tages einen Strafbescheid erhalten. «Dieser Entscheid werde Einfluss haben auf das weitere Asylverfahren», hält Eugster fest. Er habe in seinem Dienst bei der Polizei noch nie einen Einsatz von diesem Ausmass in einem Asylzentrum erlebt.

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