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Ein Jahr längere Ausbildung: Die Ostschweizer Polizeischüler erhalten mehr Praxis

Das Ostschweizer Polizeikonkordat erhöht die Ausbildungsdauer für den Nachwuchs auf zwei Jahre. Die Ausbildung wird schweizweit harmonisiert und verbessert.
Christoph Zweili
Beim Training mit Schauspielern an der Polizeischule in Amriswil üben die Aspiranten typische Situationen aus dem Polizeialltag ein. (Bilder: Reto Martin)

Beim Training mit Schauspielern an der Polizeischule in Amriswil üben die Aspiranten typische Situationen aus dem Polizeialltag ein. (Bilder: Reto Martin)

Ab heute gilt es für den gelernten Verpackungstechnologen, den Maturanden und die Kauffrau ernst. Sie kommen aus dem Kanton St.Gallen, sind Schweizerbürger und haben alle ein strenges Auswahlverfahren, einen Eintrittstest und ein Assessment überstanden. Und sie bringen einen unbescholtenen Leumund mit. Für fünf St.Galler Aspirantinnen und 30 Aspiranten im Korps der Kantonspolizei St.Gallen hat am Dienstag die Polizeischule begonnen - Verdienst brutto 4888 Franken. Nach der Schule werden es 5535 Franken sein. Welche Beweggründe die jungen Berufsleute auch immer für den Berufswechsel haben: Schon am heutigen zweiten Tag wird ihnen im Hofkeller feierlich die Dienstwaffe in die Hand gedrückt. Ein Ritual, das den Start in eine leistungsbetonte Ausbildung mit ständig neuen Herausforderungen symbolisieren soll.

Dabei war vieles bisher Theorie. Nach nur einem Jahr sollten sich die Polizistinnen und Polizisten bereits in der Praxis bewähren – zu früh. Nun wird die Ausbildung schweizweit vereinheitlicht: Eine Polizistin in St. Gallen soll auch in der Praxis die gleiche Ausbildung erhalten wie ihr Kollege in Zürich. Die Ausbildung wird auf zwei Jahre verlängert. Das zweite Jahr wird neu zum Praktikum in einem Polizeikorps. Der jetzige Lehrgang kommt also erst im Oktober 2021 nach bestandener Eidgenössischer Berufsprüfung aus der Schule. Eine Revolution erfährt die neue Ausbildung nicht, erst recht nicht im Kanton St. Gallen, wo – anders als in andern Kantonen – diese Praktika stets zur Ausbildung gehörten, wie Mediensprecher Hanspeter Krüsi sagt.

Ein Lehrgang umfasst rund 90 Polizeischüler

Ihre Grundausbildung im ersten Jahr erhalten die St.Galler Aspiranten an der Polizeischule in Amriswil – zusammen mit rund 55 Kolleginnen und Kollegen aus den Konkordatskantonen in vier Lehrgangsklassen. 1400 Lektionen, darunter auch Handlungstrainings in der schuleigenen Lernarena, stehen auf dem Stundenplan. Das zweite Jahr verbringen sie, begleitet von einem Mentor, im Praktikum bei ihren Korps mit kantonsinternen Weiterbildungen und Zwischenmodulen. Dabei dürfen sie ihre Waffe tragen. Am Ende des zweiten Jahres erfolgt die Abschlussprüfung.

Die Polizeikorps in der Ostschweiz sind dünn besetzt und daher auf Nachwuchs angewiesen, «den wir gerade noch so finden», wie Krüsi sagt. Das Korps umfasst derzeit 765 Polizisten (mit Aspiranten), davon sind nur gerade 13,5 Prozent Frauen. Eben erst hat die Thurgauer Regierung in einer Botschaft die Aufstockung des Korps um mehr als 100 Stellen auf neu 475 Polizistinnen und Polizisten lanciert, dies in einem Zeitraum von zehn bis zwölf Jahren. Der Hintergrund: Mit 717 Einwohnern pro Polizist weist der Kanton Thurgau schweizweit die tiefste Polizeidichte auf. Auch im Kanton St.Gallen wird aufgestockt – um 98 Stellen bis 2021. Im Kanton St.Gallen ist das Verhältnis 675 Einwohner pro Polizist (ohne Stadtpolizei) – damit liegt der Kanton auf Platz 22 von 26 Kantonen.

Konkordatsschule in Amriswil

(cz) Die 2006 gegründete Polizeischule Ostschweiz wird von den Kantonen Appenzell Innerrhoden, Ausserrhoden, Graubünden, St.Gallen, Schaffhausen, Thurgau, der Landespolizei Liechtenstein sowie den Städten Chur und St.Gallen getragen und finanziert. Die strategische und politische Verantwortung liegt bei der Ostschweizer Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren.

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