Nach gescheiterter Regierungsratskandidatur nominiert die SVP St.Gallen Michael Götte für den Uni-Rat – CVP-EVP setzt derweil auf Beat Eberle

Die SVP portiert ihren Fraktionspräsidenten Michael Götte für den Universitätsrat. Die CVP-EVP-Fraktion nominiert den Flumser Sicherheitsexperten Beat Eberle als Ersatz von Ruth Metzler.

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Michael Götte, Fraktionspräsident der SVP St.Gallen.

Michael Götte, Fraktionspräsident der SVP St.Gallen.

Bild: Ralph Ribi (St.Gallen, 19. April 2020)

(red/pw/al) Die SVP des Kantons St.Gallen hat sich entschieden, ihren Fraktionspräsidenten Michael Götte als neuen Uni-Rat zu nominieren. Dies schreibt die Partei in einer Medienmitteilung. Götte war zuletzt zum zweiten Mal bei den Regierungsratswahlen gescheitert.

Wie die Partei schreibt, bringe Götte politische Erfahrung als langjähriger Kantonsrat und Gemeindepräsident mit, kenne aber als Leiter der kantonalen Politik der IHK St.Gallen-Appenzell vor allem auch die Anliegen der Wirtschaft. Er wolle sich dafür einsetzen, dass die Universität ihre regionale, nationale und internationale Ausstrahlung stärken könne, sagt Götte. Dazu gehöre auch, dass man Verfehlungen, wie sie in den letzten Jahren vorgekommen seien, einen Riegel schiebe. «Eine bessere Kontrolle soll Fälle von unverschämten Leistungsvergütungen verhindern. Gleichzeitig ist es wichtig, dass die Universität auch in Bezug auf die Löhne international konkurrenzfähig bleibt.»

Verbesserungspotenzial sieht Götte ausserdem bei der Digitalisierung. «Als Mitinitiant der IT-Bildungsinitiative habe ich festgestellt, dass es in diesem Bereich an der HSG noch Luft nach oben gibt.»

Die SVP schlägt ausserdem den Sekundarlehrer Sandro Wasserfallen als Rat der Pädagogischen Hochschule St.Gallen vor.

Ehemaliger Kantonsrat und Diplomat soll in den Uni-Rat

Der Flumser Beat Eberle hatte bereits militärische und polizeiliche Führungsfunktionen inne.

Der Flumser Beat Eberle hatte bereits militärische und polizeiliche Führungsfunktionen inne.

Bild: PD (23. Oktober 2015)

Als Ersatz für Ruth Metzler, die Ende Mai aus dem Universitätsrat zurücktritt, schlägt die CVP-EVP-Fraktion den Flumser Beat Eberle vor. Das geht aus einem Schreiben der Partei hervor. Er hat selber an der Universität St.Gallen studiert und ist heute als selbständiger Rechtsanwalt und Berater vorwiegend in den Bereichen Wirtschafts- und Strafrecht tätig. Beat Eberle hatte polizeiliche und militärische Führungsfunktionen in verschiedenen nationalen und internationalen Organisationen inne.

Auch aufgrund seiner Erfahrungen als ehemaliger Diplomat und Kantonsrat kenne er sich im politischen Umfeld bestens aus. «Ich sehe meine Stärken sicher im Bereich Compliance und Risikomanagement», sagt Eberle. Sollte er in den Universitätsrat gewählt werden, wolle er sich besonders für die Stärkung von Nachhaltigkeit und Wirtschaftsethik einsetzen. «Für die UNO war ich unter anderem im Kongo tätig. Dort hab ich gesehen, dass manche Konzerne die Ethik weit hinter den Profit stellen.» Derzeit fokussiere die Universität St.Gallen mit ihrem Ableger in Singapur international gesehen auf Asien. Als Unirat würde Eberle auch die Ausrichtung auf Weltregionen prüfen wollen, die weniger im Fokus der Weltwirtschaft stünden. «Zum Beispiel auf Afrika.»

Die CVP-EVP-Fraktion ist überzeugt, dass Beat Eberle die Anforderungen für das Amt als Universitätsrat erfüllt. Die Fraktion empfiehlt zudem die bisherigen Universitätsräte Pepe Sonderegger und Yvonne Suter zur Wahl. Im Weiteren nominierte die CVP-EVP-Fraktion Rolf Cristuzzi und Maria Gloor-Zigerlig für eine weitere Amtsdauer im Pädagogischen Hochschulrat.

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