Kolumne
Senkrechtstarterin der Jungen CVP

Die St.Galler JCVP vermeldet Personalerfolge: Das ist an sich schon verblüffend, denn der Nachwuchs der bedenklich schwächelnden ehemals stärksten Partei im Kanton gehört – nett gesagt – nicht zu den kräftigsten Jungparteien.

Marcel Elsener
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Annik Hasler

Annik Hasler

Nun gibt er aber Schub, mit neuen Kräften im Vorstand und mit einer Hoffnungsträgerin, die national doppelt Furore macht: Die Wilerin Annik Hasler, 21-jährig, Organisationstalent und Studentin der Internationalen Beziehungen an der HSG, ist jüngst sowohl in den Vorstand der JCVP Schweiz als auch zur Co-Präsidentin der eidgenössischen Jugendsession gewählt worden. Letzteres ein logischer Schritt: Seit 2016 half sie als Programmchefin mit, die Jugendsession in Bern zu organisieren, und dort erlebte sie, 2013 als 16-Jährige, ihre politische Initialzündung – in der «Nationalratsatmosphäre» im Schlussplenum am Sonntag.

Dass sie der CVP und nicht der ebenfalls in Frage kommenden FDP beitrat, habe weniger mit ihrer Mutter, der Wiler CVP-Stadtparlamentarierin Christine Hasler, als vielmehr mit den C-Werten zu tun, sagt sie. «Und mit dem Eindruck, dass da mit mehr Herz politisiert wird.»

Annik Haslers Mitwirkung im Model United Nations Club und Jugendrotkreuz verweisen auf ihre Interessen: Aussenpolitik und Familienpolitik, die sie progressiver gestalten will, mit Verbesserungen für Alleinerziehende, Homosexuelle, Teilzeitler. Der Auftakt zu einer steilen Politkarriere mit Ziel Bundeshaus, in den Fussstapfen ihres Vorbilds Doris Leuthard? Die Senkrechtstarterin lacht und winkt ab: «Mein Weg hat erst begonnen, er könnte auch zur UNO oder in die Diplomatie führen.» Und ausserdem hat sie neben der Politik ja noch ganz andere Hobbys: Ballett und Viola.