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PÖBELEIEN: Wil-Fans greifen Jungsozialisten bei Party an

Mitglieder der Juso Wil-Toggenburg wollten am Wochenende zum Gedenken an den 200. Geburtstag von Karl Marx eine Party feiern. Doch der Anlass wurde von "rechten Fussballfans" gestört, das Fest endete im Chaos und einem Polizeieinsatz.
Christa Kamm-Sager
Die Jungsozialisten erhielten nach dem Anlass Polizeischutz auf dem Weg zum Bahnhof. (Bild: Urs Jaudas/Archiv)

Die Jungsozialisten erhielten nach dem Anlass Polizeischutz auf dem Weg zum Bahnhof. (Bild: Urs Jaudas/Archiv)

"Wir sind wütend, wir sind enttäuscht, wir sind traurig." Das schreiben die Juso Wil-Toggenburg in einem Communiqué nach einem missglückten Anlass, der am Samstagabend in der Volkshochschule Wil geplant war.

Nach einer Schilderung von Timo Räbsamen, Vorstandsmitglied der Jungsozialisten Wil-Toggenburg, starteten sie die Karl-Marx-Gedenkparty mit einer Podiumsdiskussion. Kaum sei diese fertig gewesen, sei die Feier von "rechten Fussballfans" unterbrochen worden, "die pöbelnd und gewaltbereit den Raum betreten wollten." Den Anwesenden sei es aber gelungen, die Störefriede auszusperren.

Flasche geworfen

Die Angst, dass die Randalierer zurückkämen, sei aber geblieben. Deshalb habe man beschlossen, die Polizei zu informieren und weitere Gäste der Party am Bahnhof abzuholen und sie in die Volkshochschule zu begleiten. "Als diese an der Bar vorbeigingen, in der sich die Fussballfans aufhielten, sprangen diese auf, bedrohten sie und rannten den Jusos nach", heisst es in der Medienmitteilung der Jungsozialisten. Eine Flasche sei geworfen und es sei gerufen worden: "Ihr Jusos seid hier nicht willkommen". Nur knapp seien sie entkommen, und es sei ein Glück, dass niemand verletzt worden sei.

Wie es in der Mitteilung weiter heisst, hätten die Veranstalter des Anlasses die Polizei schon beim ersten Angriff informiert. Diese habe jedoch lange auf sich warten lassen. Die Partybesucher, die an den Bahnhof geflüchtet waren, seien erst nach langer Wartezeit mit Polizeischutz zurück in die Volkshochschule begleitet worden. Schliesslich habe die Polizei auch angeboten, die Feiernden um Mitternacht an den Bahnhof zu bringen.

Keine Anzeige eingegangen

Die Polizei bestätigt den unliebsamen Vorfall vom Samstagabend in Wil: "Um 22.10 Uhr ging die Meldung bei der Polizei ein, dass der Anlass der Jusos gestört worden ist", so Gian Andrea Rezzoli, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen. Als die Patrouille 15 Minuten später vor Ort eingetroffen sei, hätten sich die Pöbler bereits in ein nahes Restaurant abgesetzt. Die Polizisten hätten in der Folgen von sämtlichen Personen - alles Anhänger des FC Wil - die Personalien aufgenommen und sie gebeten, sich nicht mehr im Garten, sondern im Innern des Lokals aufzuhalten. Die Juso-Leute hätten Angst gehabt. So bot die Polizei an, ihnen nach dem Schluss der Veranstaltung Schutz zu geben auf dem Weg zum Bahnhof. "Nach dem Abend ist keine einzige Anzeige bei der Polizei eingegangen", so Rezzoli. Die Polizei habe keine Kenntnis davon, dass eine Flasche geworfen worden sei.

Die Organisatoren schreiben weiter, dass sie die Party frühzeitig hätten abbrechen müssen wegen des Vorfalls. Zwei der drei Bands hätten deshalb nicht auftreten können, und die gute Stimmung sei von Anfang an weg gewesen.

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