Plattform steht auf schmalem Grat

WILDHAUS. Die Toggenburg Bergbahnen AG will auf dem Chäserrugg eine spektakuläre Aussichtsplattform bauen. Weil das Bauwerk in einer vom Bund geschützten Naturlandschaft geplant ist, steht seine Realisierung aber auf der Kippe.

Urs-Peter Zwingli
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So soll die auf dem Chäserrugg geplante Aussichtsplattform aussehen. (Bild: Visualisierung: pd)

So soll die auf dem Chäserrugg geplante Aussichtsplattform aussehen. (Bild: Visualisierung: pd)

Ein Zeichen des Aufbruchs, ja gar ein Besuchermagnet soll sie für die Tourismusregion Obertoggenburg werden: die auf dem Chäserrugg geplante Aussichtsplattform, massige 20 Tonnen Metall und Beton, auf 1600 Metern direkt über dem Walensee schwebend. Dramatisch werde der Ausblick von dort oben sein, verspricht Bruno Dobler, Geschäftsführer der Toggenburg Bergbahnen AG. Dobler selbst hatte die Idee für das Bauwerk. «Wir wollen damit einen Anziehungspunkt für Touristen schaffen», sagt er. Das Sommergeschäft werde immer wichtiger für Tourismusdestinationen wie das Toggenburg, das Wandern sei wieder im Trend. Um die immer jüngeren Wanderer und Städter anzulocken, sei die Bergnatur allein aber nicht genug, sagt Dobler gegenüber der Zeitung «Toggenburger Nachrichten» – deshalb brauche es die Plattform, für deren Planung die Bergbahnen bis jetzt über 100'000 Franken aufgewendet haben.

Doch ob das Projekt realisiert werden kann, ist ungewiss. Eigentlich wäre ihr Eröffnungstermin bereits auf Anfang September dieses Jahres festgelegt gewesen. Eigentlich – mehrere Einsprachen, darunter vom Natur- und Heimatschutz St.Gallen/Appenzell haben den Baustart verzögert. Dobler sagt, man befinde sich mit den Einsprechern im Dialog. Er sei zuversichtlich, dass man eine Lösung finde. Einen ablehnenden Bescheid hat die Aussichtsplattform auch vom Bund bekommen. Ein Vorabbericht der Eidgenössischen Kommission für Natur- und Heimatschutz (EKNH) stellt dem Bauwerk ein schlechtes Zeugnis aus: Es sei zu überdimensioniert für die Landschaft.

Das letzte Wort in der Sache wird der Kanton haben. Da es sich um einen Bau ausserhalb vorgesehener Bauzonen handelt, ist er die Instanz, die entscheidet, ob auf dem Chäserrugg gebaut werden kann oder nicht. Da er sich bei diesem Entscheid massgeblich auf die Einschätzung der EKNH stützen wird, stehen die Chancen für das Projekt nicht gut.

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