Plätze für Fahrende gesucht

Der Kanton Thurgau hat eine Arbeitsgruppe gegründet, welche bei der Suche nach zusätzlichen Standplätzen für Fahrende helfen soll.

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FRAUENFELD. Die Thurgauer Regierung hat zum aktuellen Bericht der Schweiz zum Schutz nationaler Minderheiten Stellung genommen. Unter anderem äussert sie sich zum Thema Standplätze für Fahrende: Im April dieses Jahres sei im Thurgau eine Arbeitsgruppe eingesetzt worden mit dem Ziel, die bestehenden vier Stand- und Durchgangsplätze zu sichern sowie nach neuen Plätzen zu suchen. «Der Kanton Thurgau wird die Gemeinden bei der Sicherung und beim Ausbau der bestehenden und bei der planungsrechtlichen Umsetzung der angedachten neuen Plätze unterstützen.»

Bildungsauftrag gilt für alle

Bezüglich der Anerkennung der Roma sowie der Jenischen und Sinti als nationale Minderheit schreibt der Regierungsrat, dass im Thurgau keine Sprach-, Kultur- oder Religionsgemeinschaften ersichtlich seien, die eine Anerkennung als nationale Minderheit benötigten. Vielmehr merkt er an, dass im Thurgau die Schulen aller Stufen ihren Bildungsauftrag gegenüber Angehörigen der genannten Minderheiten unabhängig von einer allfälligen Anerkennung als nationale Minderheit wahrnehmen.

Beratung für Diskriminierte

Gemäss dem Europäischen Rahmenübereinkommen zum Schutz nationaler Minderheiten müssen die Kantone Massnahmen treffen, damit diskriminierte Menschen kompetente Beratung und Unterstützung erhalten. Im Thurgau können Migranten neu ein Beratungsangebot zu Diskriminierungsfragen in Anspruch nehmen

Zur Forderung, die Mehrsprachigkeit der Schüler zu fördern, erklärt die Regierung, dass die Volksschulen mit dem Unterricht in Französisch und Englisch sowie mit Italienisch als Freifach die Grundlage für die spätere Teilnahme an zweisprachigen Programmen lege.

Ein weiterer Themenkreis betrifft die Frage, wie Wissen über das Judentum, den Antisemitismus und den Holocaust vermittelt werde. Im Thurgau werde in den heutigen Lehrplänen auf eine Nennung dieser Themen als Unterrichtsziel in der Volksschule verzichtet. Behandelt werden können sie im Rahmen des Realienunterrichts und im Fach Lebenskunde. An den Mittelschulen kämen die Themen im Geschichts- und Deutschunterricht zur Sprache. Zu Schulabsenzen aus religiösen Gründen verweist die Regierung auf das Volksschulgesetz. Gemäss diesem sind Absenzen aus wichtigen Gründen möglich. (red.)

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