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PILOTVERSUCH: Selbstfahrende Züge im Test am Zürichsee

Die Südostbahn lässt die Katze aus dem Sack: Die kommerziellen Tests mit selbstfahrenden Zügen sollen am Zürichsee stattfinden. Bereits im nächsten Jahr beginnt der erste Versuchsteil im Toggenburg.
Conradin Knabenhans
Die Südostbahn treibt ihr Zukunftsprojekt voran. (Bild: SOB)

Die Südostbahn treibt ihr Zukunftsprojekt voran. (Bild: SOB)

Die Südostbahn treibt ihr Zukunftsprojekt für selbstfahrende Züge mit Hochdruck voran. Diese Woche hat das St. Galler Bahnunternehmen eine Ausschreibung für die Hersteller von Schienenfahrzeugen publiziert. Aber nicht nur das: Die Südostbahn hat dabei eine zweite mögliche ­Teststrecke für den Betrieb von automatischen Zügen öffentlich ­gemacht: von Wädenswil nach Einsiedeln. Bisher bekannt war einzig eine Pilotroute im Toggenburg. Diese führt nach den neusten Ausschreibungen von Degersheim über Wattwil nach Ebnat-Kappel.

Warum will die Südostbahn selbstfahrende Züge nun auch am Zürichsee testen? Das ­Streckenprofil von Wädenswil nach Einsiedeln liefert laut SOB-­Mediensprecherin Brigitte Baur die Antwort: «Diese Strecke mit dem starken Gefälle erlaubt eine Pilotierung unter extremen ­Bedingungen.» Selbstfahrende Züge sind nicht gleichzusetzen mit führerlosen Eisenbahnen. Beim Testsystem der Südostbahn wird der Lokführer weiter im Führerstand sitzen. Er überwacht die Systeme und greift bei Bedarf ein.

Mit der neuen Technologie entfallen für das Lokpersonal aber etwa das manuelle Beschleunigen und Bremsen. Genau dies wird auf der Strecke Wädenswil–Einsiedeln zur Herausforderung: Bei einer Steigung von 50 Promille handelt es sich um die steilste normalspurige Bahn der Schweiz. Dazu kommen herausfordernde Kurven, Bahnhöfe, die teils unmittelbar vor oder nach steilen Stücken liegen, und mit der Haltestelle Grüenfeld eine Station, die nur bei Verlangen bedient wird.

Ab Dezember 2019 auf gesperrten Gleisen

Die Südostbahn ist derzeit noch in der Planungsphase für den ­Pilotversuch. Deshalb ist gerade auf der Strecke im Toggenburg noch nicht klar, welche Bahnhöfe den Anfang für den Test machen. Klar ist aber: In einem ersten Schritt werden, wenn alles gut läuft, ab Dezember 2019 selbstfahrende Züge auf gesperrten Gleisen unterwegs sein. Das wird im Toggenburg in der Region Degersheim–Wattwil der Fall sein, später ist eine Ausdehnung der Teststrecke nach Nesslau–Neu St. Johann möglich. Der zweite Schritt umfasst dann Fahrten im sogenannten «Mischbetrieb» noch ohne Passagiere.

Im dritten Schritt sind kommerzielle Fahrten als S-Bahnen geplant – hier kommt dann auch die Strecke Wädenswil–Einsiedeln ins Spiel. Geplant sind die Einsätze am Zürichsee derzeit im Jahr 2021. Für den Testbetrieb am Zürichsee und im Toggenburg werden maximal drei Hersteller von Schienenfahrzeugen von einer Jury ausgewählt.

Das Projekt für selbstfahrende Züge ist Teil von «Smartrail 4.0». Mit diesem Programm wollen mehrere Schweizer Bahnen, nebst der SOB etwa auch die SBB und die BLS, die Digitalisierung nutzen, um die Kapazität und die Sicherheit in der Bahninfrastruktur weiter zu erhöhen.

Damit der Pilotbetrieb mit selbstfahrenden Zügen möglich wird, braucht es eine Bewilligung des Bundesamtes für Verkehr. Zum jetzigen Zeitpunkt haben die Bahnunternehmen noch kein konkretes Gesuch eingereicht. Dies wird erst möglich sein, wenn die Jury die Konzepte und Fahrzeuge der Hersteller ausgewählt hat. Bewerben für den Pilotversuch können sich diese bis im Oktober.

Conradin Knabenhans

ostschweiz@tagblatt.ch

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