Pille danach nicht berücksichtigt

Abtreiben im Nachbarkanton Ausgabe vom 12. August 2015

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Jedes Jahr wird vom Bundesamt für Statistik angegeben und in vielen Zeitungen publiziert, die Abtreibungen in der Schweiz seien zurückgegangen. Leider wird dabei regelmässig ein entscheidender Faktor stillschweigend übergangen. Die Tatsache, dass die «Pille danach» in der Schweiz seit Jahren mehr als 100 000mal pro Jahr über den Ladentisch geht. Tendenz steigend. Geht man von der – bewusst sehr tief angesetzten – Annahme aus, dass bei zehn Prozent der Frauen, welche «die Pille» einnahmen, eine Schwangerschaft bestand, verändert dies die Abtreibungszahlen markant. Zu den für 2014 genannten 10 249 Abbrüchen kommen mindestens 10 000 Frühabtreibungen durch die Pille danach. Was nach Adam Riese mindestens 20 249 Schwangerschaftsabbrüche macht. Von Rückgang der Schwangerschaftsabbrüche zu reden, ist meines Erachtens eine Irreführung der Bevölkerung. Es sei denn, man behauptet, ein Embryo in seinen ersten Lebenstagen sei noch kein Mensch. Was meines Erachtens jedoch unlogisch und willkürlich wäre.

Regula Lehmann

Wiesen 3281, 9100 Herisau