Phosphor-Limite ist umstritten

Auch auf der Schweizer Seite des Bodensees ist die wirtschaftliche Lage der Berufsfischer angespannt – und sie wird sich weiter verschärfen. Verantwortlich für den massiven Ertragseinbruch sind vor allem die Fänge beim Felchen, dem Hauptfisch im Bodensee.

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Auch auf der Schweizer Seite des Bodensees ist die wirtschaftliche Lage der Berufsfischer angespannt – und sie wird sich weiter verschärfen. Verantwortlich für den massiven Ertragseinbruch sind vor allem die Fänge beim Felchen, dem Hauptfisch im Bodensee.

Felchen: Minus 46,7 Prozent

Diese Felchenfänge brachen 2012 um 294 Tonnen gegenüber dem Vorjahr ein, was ein Minus von 46,7 Prozent darstellt, wie unsere Zeitung im Juni berichtete. Der gesamte Felchenertrag lag damit um 46 Prozent unter dem Zehnjahresmittel. Die Internationale Bevollmächtigtenkonferenz für die Bodenseefischerei hatte zwar Verständnis für die Sorgen und Nöte der Berufsfischer, sah aber von konkreten Massnahmen ab – es gibt 2014 keine Änderung, weder bei der Anzahl der Netze, die die Fischer setzen dürfen, noch bei den Maschenweiten. Der aktuelle Fischbestand lasse keine intensivere Befischung zu, hiess es von offizieller Seite.

Die Bodenseefischer fordern hüben wie drüben einen höheren Phosphorgehalt, der sich positiv auf den Fischbestand auswirken würde – Tatsache ist, dass der See wieder so sauber ist wie in den 1950er-Jahren.

Für Brienzersee abgelehnt

Nun eine «Phosphor-Limite» einzuführen, ist umstritten. 2012 wurde das Phosphor-Management im Brienzersee abgelehnt, Gewässer- und Fischereiexperten lehnen diese Massnahme auch für den Bodensee ab – ebenso die Umweltverbände WWF und Pro Natura (Ausgabe vom 7. Mai). (cz)